Brendan Sorsby und die Supplemental Draft Frage für die Jets
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Brendan Sorsby und die Supplemental Draft Frage für die Jets

Die New York Jets stehen vor einer ungewöhnlichen Entscheidung. Brendan Sorsby, Quarterback von Texas Tech, könnte in einer Supplemental Draft in etwa einem Monat verfügbar sein, falls die NFL seine Bewerbung genehmigt. Das wäre für ein Team wie New York interessant, das intensiv nach einer langfristigen Lösung an der QB-Position sucht. Die Jets haben drei First-Round-Picks in der 2027 Draft, ein strategischer Vorteil, den sie nicht opfern möchten.

Sorsby ist ein talentierter Spieler mit einer komplizierten Vergangenheit. Er gab zu, auf verschiedene Sportarten gewettet zu haben, und absolvierte eine stationäre Rehabilitationsbehandlung wegen einer Spielsucht-Abhängigkeit. Nach rechtlichen Auseinandersetzungen entschied er sich, Texas Tech zu verlassen und eine Teilnahme an der Supplemental Draft anzustreben. Medienberichte deuten darauf hin, dass es mindestens einen Second-Round-Pick kosten würde, ihn zu sichern. Das funktioniert über eine gewichtete Lotterie, und das Team verliert seinen Pick in der gleichen Runde des nächsten regulären Drafts.

Für die Jets wäre das ein Schnäppchen: Einen potentiellen Franchise-Quarterback zu finden, ohne ihre Picks für 2027 zu gefährden. Es würde ihren Rebuild im Schnelldurchgang vorantreiben. Sorsby spielte 2025 für Cincinnati stark auf, warf 2.800 Yards und 28 Touchdowns bei sieben Interceptions, dazu neun Rushing-Touchdowns. Die Jets haben ihn durch ihre Herbst-Scouting bereits evaluiert.

Aber es gibt erhebliche Risiken. Sorsby könnte unmittelbar nach einer Auswahl unter die Personal-Conduct-Policy des NFL fallen und suspendiert werden. Das allein könnte ein Deal-Breaker sein. Dazu kommt die öffentliche Wahrnehmung: Glücksspiel wird in der NFL als besonders problematisch angesehen, anders als andere Off-Field-Probleme. Das könnte zur PR-Belastung für den ausrichtenden Club werden.

Der neue Jets-Coach Aaron Glenn hat sich bisher von Spielern mit Character-Concerns ferngehalten. Auf die Frage nach potentieller Interesse an Sorsby wich Glenn aus. "Ich konzentriere mich auf die Jungs, die wir hier haben", sagte er. Die Jets haben aktuell Geno Smith, Bailey Zappe, Brady Cook und den Fourth-Round-Pick Cade Klubnik im Kader. Smith ist eine Brücken-Lösung, die anderen sind Fragezeichen.

Für deutsche Football-Fans ist das ein Lehrstück in Draft-Strategie und Risk-Management. Die Jets könnten einen potenziellen Star-QB mit minimalem Preis greifen, müssen aber die Reputationskosten und Suspensions-Risiken gegeneinander abwägen. Ob die Organisation diesen Weg wirklich gehen will, bleibt offen. GM Darren Mougey wird bei Interesse gründliche Due Diligence betreiben, möglicherweise einen Pro Day am 10. Juli besuchen oder Sorsby ins Facility laden. Die Entscheidung offenbart, wie komplex moderne QB-Evaluierung geworden ist, wenn Talent und Off-Field-Vergangenheit kollidieren.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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