Gunner Olszewski ist für die New York Giants ausgefallen. Der 29 Jahre alte Wide Receiver zog sich am Freitag während der OTAs eine nicht kontaktbedingte Verletzung zu, die das Team als gerissene Achillessehne fürchtet. Olszewski war bei einer Richtungswechsel auf dem Rasen kollabiert und griff sich sofort ans rechte Bein. Beim Abtransport war sein Frust deutlich sichtbar, als er auf dem Platz mit der Faust auf den Boden schlug. Trainer John Harbaugh beschrieb die Szene als typischen Trainingsunfall: Eine plötzliche Bewegungsänderung auf natürlichem Rasen, nichts Gewaltsames, einfach nur unglücklich.
Falls sich der Verdacht bestätigt, wäre Olszewski bereits der dritte Giants-Spieler, der sich in diesem Frühjahr die Achillessehne reißt. Defensive Lineman Roy Robertson-Harris erlitt die gleiche Verletzung in einer Indoor-Trainingseinheit, und der undrafted Rookie Thaddeus Dixon zog sich seinen Riss bereits vorher in der Offseason zu. Die Personalsituation an den Receivern wird damit kritisch. Malik Nabers kämpft noch mit Knieproblemen, Darius Slayton mit einer Muskelzerrung in der Körpermitte. Erst kürzlich hatte die Organisation Interesse an Odell Beckham Jr. signalisiert.
Olszewski war eine bescheidene, aber solide Ergänzung. In der vergangenen Saison spielte er in 16 Spielen mit genau einem Start, der kam in Week 18 gegen Dallas. In diesem einen Einsatz fing er acht Pässe für 102 Yards. Die Giants holten ihn mit einem Einjahresvertrag zurück. Seine Hauptrolle war ohnehin nicht als Receiver, sondern als Return Specialist gedacht. Im Rückjahr zählte man 24 Punt Returns zu 216 Yards. Im Jahr davor, 2023, brachte er es auf 23 Returns für 273 Yards und einen Touchdown. Die gesamte Saison 2024 fehlte er wegen verschiedener Blessuren aus. In seiner Karriere, die ihn unter anderem zu den Patriots und Steelers führte, bestritt Olszewski 81 Spiele mit fünf Starts, fing 25 Passes für 325 Yards und zwei Touchdowns und markierte zwei Touchdowns als Returner.
Ballports-Take: Die Giants verlieren hier eine kostengünstige Option, die genau das machte, wofür man sie verpflichtet hatte. Olszewski war kein Star, aber ein funktionierender Special Teams Player und eine dünne Wurfverbindung in der Breite. Mit Nabers und Slayton noch nicht fit und jetzt Olszewski weg, wird der WR-Depth Chart gefährlich dünn. Wer sich Giants-Fantasy oder Season-Tickets überlegt, sollte das im Auge behalten. Und für deutsche Fans: Das ist genau das Schicksal, das Rookies und Roleplayer in der NFL trifft – ein falscher Schritt im Juni kostet die ganze Saison.