Jaxson Dart und Abdul Carter haben ihren Konflikt beigelegt. Der Giants-Quarterback war vergangene Woche bei einem Auftritt des designierten Präsidenten Donald Trump als Moderator aufgetreten, was Carter am nächsten Tag zu einem kritischen Post in den sozialen Medien bewog. Die beiden Spieler, die zusammen gedraftet wurden und seit fast zwei Jahren nebeneinander spielen, sprachen am Samstagnachmittag miteinander. Kurz darauf teilte Carter öffentlich mit, dass alles in Ordnung sei zwischen ihnen.
Dart erklärte seine Beweggründe in einer dreiminütigen Stellungnahme nach der Organized Team Activity am Freitag. Er betonte seinen Respekt vor dem Präsidentenamt, unabhängig von politischer Zugehörigkeit, und verwies auf die lange Militärgeschichte seiner Familie. Nach Angaben mehrerer Quellen war Dart ursprünglich nicht dazu vorgesehen, den Präsidenten einzuführen. Der Plan änderte sich jedoch im Laufe der Woche. Coach John Harbaugh sagte, er habe nur gewusst, dass Dart den Präsidenten treffen würde.
Am Dienstagmorgen hielt Harbaugh mit den Teamführungspersonen eine Besprechung ab. Dart und mehrere prominente Spieler wie Brian Burns, Kayvon Thibodeaux, Andrew Thomas und Jevon Holland sprachen danach vor der ganzen Mannschaft. Der Coach bezeichnete diese Teambesprechung als großartige Gelegenheit, um mit Widrigkeiten umzugehen, die in jeder NFL-Saison unvermeidlich sind. Es war eine von den Spielern geleitete Sitzung. Harbaugh betonte, dass er nicht einfach nur Anordnungen machen wolle, sondern erfahren möchte, was die Spieler denken.
Carter war nicht bei der Teambesprechung am Dienstag anwesend. Er hatte eine vorher geplante Abwesenheit von den freiwilligen Trainingseinheiten, da er sich religiösen Verpflichtungen widmete. Der Edge Rusher machte deutlich, dass Dart sich nicht entschuldigen musste. Carter wolle, dass sein Teamkollege zu seinen Überzeugungen steht. "Ich kenne Jaxson als guten Menschen," sagte Carter. "Wir sind zusammen gedraftet worden, ich kenne ihn seit fast zwei Jahren und ich weiß, was er repräsentiert. Dass wir bei etwas uneins sind, bedeutet nicht, dass es mehr dahinter steckt. Es ist einfach eine Meinungsverschiedenheit, und wir können das wie Männer miteinander besprechen, was wir getan haben."
Dart seinerseits beschrieb seine Verbundenheit zu Carter: "Wir sind zur gleichen Zeit hierhergekommen. Wir haben viele ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir haben zusammen schwierige Zeiten durchgestanden und mussten uns gegenseitig den Rücken stärken. Das machen wir immer noch. Abdul und ich gehören zu den engeren Personen im Team, wir haben viele Gespräche geführt und er ist mein Bruder."
Ballports-Take: Für deutsche Fans der Giants zeigt sich hier, wie ein moderner NFL-Team mit gesellschaftlichen Themen umgeht, die zwangsläufig ins Umfeld eindringen. Interessant ist Harbaughs Ansatz: nicht Diktat von oben, sondern Dialog unter Profis. Dart und Carter demonstrieren, dass Meinungsverschiedenheiten die Teamchemie nicht zerstören müssen. Das ist für ein Team im Aufbau eines der wichtigsten Signale. Die Giants versuchen unter Harbaugh eine neue Kultur zu etablieren, und solche Momente zeigen, ob das funktioniert. Wer das Team folgt, sollte beobachten, wie diese Führungsriege in den kommenden Wochen unter Druck reagiert.