Michigan-AD Manuel sucht nach Stabilität trotz Erfolgs und Skandalen
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Michigan-AD Manuel sucht nach Stabilität trotz Erfolgs und Skandalen

Warde Manuel sitzt seit Januar 2016 im Chefsessel der Michigan Athletics. In den vergangenen fünf Jahren hat sein Departement Außergewöhnliches geleistet: drei aufeinanderfolgende Big-Ten-Titel im Football, eine nationale Meisterschaft 2023, und im April 2024 der erste Basketball-Meistertitel seit 1989. Parallel dazu musste Michigan aber auch mit einer Serie von Skandalen kämpfen, die das Programm erschüttert haben.

Den Anfang machte die Signal-Stealing-Affäre, in die Fußball-Mitarbeiter Connor Stalions verwickelt war. Im Dezember folgte dann die Verhaftung von Sherrone Moore, damals Cheftrainer der Football-Mannschaft. Moore hatte eine unangemessene Beziehung zu einem Mitarbeiter des Football-Staffs gehabt und wurde wegen Hausfriedensbruch angeklagt, bekannte sich aber später der beiden Vergehen schuldig. Er erhielt Bewährung und eine Geldstrafe, musste aber nicht ins Gefängnis. Zusätzlich wurde der ehemalige Assistent Matt Weiss in Bundesanklage erhoben. Die Vorwürfe gegen ihn: 14 Fälle von unauthorisiertem Computerzugriff und 10 Fälle von schwerer Identitätsdiebstahl, nachdem er auf die privaten Computer-Konten von Tausenden College-Athleten zugegriffen haben soll.

Die NCAA reagierte im August mit Sanktionen, die Geldstrafen von über 20 Millionen Dollar, Bewährung und erhebliche Show-Cause-Penalties für Stalions und Alttrainer Jim Harbaugh mit sich brachten. Moore bekam eine Suspendierung. Bei der Big-Ten-Spring-Tagung in Rancho Palos Verdes sprach Manuel mit Journalisten über die Lage. Er betonte, dass er sich bewusst ist, in welcher Situation sich das Programm befindet, und dass sein Ziel darin besteht, die "Auswirkungen" solcher negativen Ereignisse zu begrenzen. "Das ist nicht etwas, das ich mir gewünscht habe", sagte Manuel. "Aber wir gehen damit um, wir lernen daraus, und wir werden besser. Das habe ich immer versucht zu tun."

Manuel verwies auch auf die akademischen Erfolge der Michigan-Studienathleten während dieser schwierigen Phase. Im Dezember hatte die Universität zudem ein Rechtsbüro beauftragt, die Kultur, das Verhalten und die Verfahren im gesamten Athletik-Departement zu untersuchen. Der Interims-Präsident Domenico Grasso versprach, "keinen Stein auf dem anderen zu lassen", was bedeutet, dass weitere Entlassungen möglich sind, falls die Ermittlungen entsprechende Erkenntnisse bringen.

Ballports-Take: Michigan zeigt gerade das klassische Dilemma eines Top-Programms: grenzenlose Erfolge, die gleichzeitig Grenzen überschreiten. Manuel und sein Team müssen beweisen, dass sie eine Kultur schaffen können, in der Meisterschaften und Integrität nebeneinander existieren. Für DACH-Fans, die das Michigan-Programm verfolgen, wird es interessant zu sehen, wie die laufende externe Untersuchung den Kader und die Trainingskultur verändern wird. Der nächste Cheftrainer-Kandidat wird wissen, dass er nicht nur gewinnen, sondern auch die Vertrauensfrage für ein geschädigtes Programm beantworten muss.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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