Nebraska Athletic Director Troy Dannen hat sich auf die Seite von Coach Matt Rhule gestellt. In einem Gespräch mit ESPN betonte Dannen, dass der Wiederaufbau eines der traditionsreichsten College-Football-Programme des Landes eben nicht über Nacht funktioniert. Im Oktober hatte Dannen Rhule bereits eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre gegeben, damals war Rhule als Kandidat für den Job an der Penn State gehandelt worden. Doch Dannen sah die Entwicklung in die richtige Richtung gehen.
Zum ersten Mal seit 2016 beendeten die Cornhuskers die Regular Season mit einer positiven Bilanz von 7-5. Das mag nicht nach einer Revolution klingen, doch in Lincolns Kontext ist es ein bedeutsamer Schritt. Rhule übernahm 2022 ein Programm, das zehn Jahre lang nicht zu einem Bowl Game eingezogen war, nachdem Scott Frost fünf Spielzeiten hintereinander in die Pleite gefahren hatte. Aktuell steht Rhule bei einer Gesamtbilanz von 19-19 in drei Saisons.
Dannen warnte vor einer Ungeduld, die Nebraska in der Vergangenheit geschadet hat. "Eines der Dinge, das Nebraska sich selbst angetan hat, ist schnell zu reagieren, wenn es nicht schnell genug ging", sagte der Athletic Director während der abschließenden Tage der Big Ten Spring Meetings in Rancho Palos Verdes. "Das ist anders als ein Programm zu übernehmen, das zehn Siege geholt hat und dann elf im nächsten Jahr. Es ist schwer. Zumal Matt in ein Programm kam, das am unteren Ende der Power 4 war." Dannen beschrieb Rhules Arbeit als den Weg von Punkt A zu Punkt B, die nächste Herausforderung ist Punkt C.
In größeren Diskussionen innerhalb der Big Ten diese Woche sprach sich Dannen für ein 24er College Football Playoff aus. Nebraska hat fünf nationale Titel gewonnen, war aber noch nie im CFP vertreten. Auf die Frage, was die Teilnahme an einem größeren Playoff-Feld für Nebraska bedeuten würde, antwortete Dannen pragmatisch. Ein 24er-Feld würde die Bedeutung einer Playoff-Teilnahme nicht mindern. "Das ist die Verzweiflung, wo Nebraska in den 2000ern war", sagte Dannen. "Sie sind es gewohnt, um nationale Meisterschaften zu kämpfen." Was zählt, ist die Rückkehr in die Postseason.
Dannen wies darauf hin, dass Rhule alle notwendigen Strukturen aufgebaut hat: den Kader aufgebaut, das richtige Trainerteam zusammengestellt, die richtigen Spieler rekrutiert. Dannen selbst hat ähnliche Arbeit bei Tulane unter Willie Fritz geleistet und kennt diesen Prozess. Von Vorständen über den Präsidenten bis zu den Spendern ist alles in einer Linie. "Everything around the program that needs to be there, we do have that, which gives us a head start", sagte Dannen. Ein Vorhersage, wann der große Durchbruch kommt, wollte er sich aber nicht leisten.
Ballports-Take: Für deutsche College-Football-Fans, die Nebraska verfolgen, ist Dannens Aussage ein wichtiges Signal. Der Athletic Director verteidigt einen Coach, der die typische American-gut-Mentalität widerspricht: Schnelle Erfolge oder raus. Rhule bekommt Zeit, und das ist selten geworden. Mit 7-5 in der Regular Season und dem erwähnten Playoff-Ausbau könnte Nebraska tatsächlich bald wieder Bowl-Spiele regulär bestreiten. Wer Nebraska in der kommenden Saison beobachtet, sollte auf die Recruiting-Klasse und die Defensive fokussieren, beide Bereiche könnten entscheidend sein, ob 2025 wirklich der Punkt C erreicht wird.