Chris Johnson kämpft gegen ALS-Diagnose
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Chris Johnson kämpft gegen ALS-Diagnose

Chris Johnson war einer der explosivsten Running Backs der 2000er Jahre. Der frühere Star der Tennessee Titans, New York Jets und Arizona Cardinals spielte zehn Saisons in der NFL und schrieb sich mit einer ikonischen Saison 2009 in die Geschichtsbücher ein. Damals brauste er auf 2.006 Rushing Yards und erhielt dafür den Spitznamen CJ2K. Diese Leistung rangiert bis heute auf Platz sieben der NFL-Historie. Johnson sammelte in jenem Jahr sogar 2.509 Yards aus dem Scrimmage zusammen, ein Rekord, und wurde zum AP NFL Offensive Player of the Year gewählt.

Am Montag offenbarte der 39-Jährige in einem Interview mit ABCs "Good Morning America", dass er mit ALS diagnostiziert wurde. Die Diagnose erhielt er 2025. Johnson sprach dabei mit einem Sprachgenerator, der seine Stimme aus früheren Aufnahmen rekonstruierte. Seine Ärzte klassifizieren seinen Fall als sporadische ALS, die häufigste Form der Krankheit. "Es gibt keine ALS-Geschichte in meiner Familie", sagte Johnson. "Das zeigt auch, wie schockierend diese Krankheit sein kann. Sie kann jeden treffen, der nie damit gerechnet hat."

Die Symptome begannen mit einer schwächer werdenden Griffkraft. Johnsons Ehefrau Brittany dachte zunächst an eine Folge seiner Fußball-Karriere, vielleicht einen eingeklemmten Nerv. Doch die Krankheit schritt deutlich schneller voran als erwartet. "Vor gerade mal über einem Jahr hob ich meine siebenjährige Tochter hoch, damit sie einen Wunsch bei ihrem Geburtstagskuchen machen konnte. Heute kann ich das nicht mehr", sagte Johnson bei "Good Morning America". Die ALS-Erkrankung greift Nervenzellen an, die Muskeln im ganzen Körper steuern. Sie wurde als Lou-Gehrig-Krankheit bekannt, benannt nach dem Baseball-Legende, der die Diagnose 1939 erhielt. Bislang existiert keine Heilung.

Johnson nimmt an einer klinischen Studie teil. Er entschied sich bewusst dazu, seine Diagnose öffentlich zu machen. "Ich will, dass die Menschen verstehen, wie schnell ALS deinen Körper angreifen kann", erklärte er. "Ich möchte den Leuten zeigen, dass ich immer noch ich selbst bin. ALS hat verändert, was mein Körper tun kann, aber nicht wer ich bin." Er denke noch immer gleich, träume noch immer, liebe seine Familie. Sein Körper spiele nur nicht mehr mit.

Das ist eine bemerkenswert klare Botschaft von jemandem, der gerade die Kontrolle über seinen eigenen Körper verliert. Nach sechs aufeinanderfolgenden 1.000-Yard-Saisons zu Beginn seiner Karriere bei den Titans konnte Johnson später nie wieder an diese Höhen anknüpfen. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Jetzt kämpft er einen anderen Kampf. Titans-Eigentümerin Amy Adams Strunk veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie Johnsons "Führung auf dem Spielfeld, seinen Einfluss im Locker Room und in der Nashville-Community" würdigte. Die Titans sagten ihre volle Unterstützung zu.

Für Fans, die Chris Johnson noch aus seinen besten Zeiten kennen, ist diese Nachricht ein Schock. Ein Spieler, dessen athletische Explosivität legendär war, muss sich nun mit einer progressiven Krankheit auseinandersetzen. Johnsons offene Art, darüber zu sprechen, verdient Respekt. Er nutzt seine Plattform nicht nur zur Aufklärung über ALS, sondern auch um zu zeigen, dass eine körperliche Behinderung nicht die Person dahinter definiert. Das ist eine wichtige Botschaft, die über den Sport hinausgeht.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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