Die Milwaukee Bucks haben sich entschieden: Sie werden Angebote für Giannis Antetokounmpo anhören. Nach dem Draft im Juni könnte es Klarheit geben, ob der zweimalige MVP die Franchise verlässt oder bleibt. Das teilte NBA-Insider Shams Charania mit, gestützt auf Aussagen von Bucks-Co-Owner Jimmy Haslam und Controlling Owner Wes Edens.
Edens war unmissverständlich: "Es wird eines von zwei Dingen passieren: Entweder wird er verlängert oder gehandelt." Antetokounmpo hat noch zwei Jahre Vertrag (das zweite Jahr ist eine Player Option) und kann ab Oktober einen Vierjahres-Vertrag im Wert von 275 Millionen Dollar unterzeichnen. Falls die Bucks ihn noch in dieser Offseason abgeben, hätte ein neuer Team dieselbe Verlängerungsoption, muss aber mindestens sechs Monate nach dem Trade warten.
Für Milwaukee ist klar: Warten bis Oktober ist keine Option mehr. "Das ist kein Giannis-Problem", sagte Edens. "Das ist bei jedem Spieler im letzten Vertragsjahr ein Problem." Die Bucks selbst haben wenig Luft zum Manövrieren. Sie haben neun Free Agents zu verwalten, fünf davon mit Player Options. Die Franchise schuldet Damian Lillard noch 20,2 Millionen Dollar pro Saison bis 2029-30, nachdem sie ihn abgegeben haben. Myles Turner kostet sie ebenfalls erheblich.
Wenn es zum Trade kommt, haben interessierte Teams Hürden zu überwinden. Jeder potenziellen Partner muss Milwaukee mindestens 46,6 Millionen Dollar in Salär schicken und darf die erste Spending-Schwelle nicht überschreiten. Die Warriors zum Beispiel könnten Stephen Curry und Antetokounmpo zusammenbringen. Golden State hat den 11. Pick und kann drei zusätzliche First-Round-Picks abtreten. Das Team verpasste die Playoffs zum zweiten Mal in drei Saisons und sucht nach einem Blockbuster-Trade, um wieder kompetitiv zu werden.
Milwaukee selbst hat wenig zu spielen mit außer seinen Draft-Assets. Der 10. Pick dieses Jahr und je zwei First-Round-Picks aus den Jahren 2031 und 2033 sind das Einzige, das die Bucks großzügig anbieten können. In der Free Agency wird es eng: Mit dem Non-Tax-Midlevel um 15,1 Millionen Dollar, dem biannual exception und dem Minimum haben sie begrenzte Möglichkeiten. Außer wenn sie Turner, Kyle Kuzma oder Bobby Portis in Trades einpacken.
Die Bucks gewinnen 2020-21 eine Meisterschaft mit Antetokounmpo. Seither sind sie dreimal in den Finals mit ihm vertreten und scheiterten alle Male. Das erklärt, warum die Franchise jetzt kalkuliert: Können sie um ihn herum noch ein Championship-Roster bauen, oder ist es Zeit für einen kompletten Neuaufbau?
Ballports-Take: Für europäische Fans, die Antetokounmpo seit seinen Anfängen verfolgen, wird es spannend. Ein Trade des Greeks würde eine Ära beenden und die NBA auf den Kopf stellen. Falls er zu den Warriors geht, hätte Curry endlich einen zweiten Star auf seinem Level. Ein Trade zu einem Lottery-Team würde Giannis in eine Rebuild-Situation bringen, die für Fantasy-Basketball-Spieler riskant wäre. Wer ihn in dieser Saison noch hat, sollte die Draft-Coverage im Juni genau verfolgen. Es könnte sein, dass er plötzlich in einer neuen Uniform auftaucht und sein Wert sich rapide verschiebt.