Wembanyama: Finals-Niederlage größte Lektion meines Lebens
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Wembanyama: Finals-Niederlage größte Lektion meines Lebens

SAN ANTONIO – Victor Wembanyama saß hinter einem schwarzen Vorhang außerhalb des Spurs-Locker-Rooms, als die New York Knicks ihre Meisterschaft in der Frost Bank Center feierte. Das 94:90-Aus in Spiel 5 der NBA Finals hatte gerade Spurs-Saison beendet. Der Franzose atmete tief durch, stieß Laute aus, um die Tränen zurückzuhalten. Die Niederlage saß tief, doch Wembanyama machte klar, dass er sich nicht abwendet. "Das ist die größte Lektion meines Lebens", sagte der 20-Jährige. "Ich bin nicht zufrieden damit, dass wir nicht gewonnen haben. Ich nutze das um mich anzutreiben."

Die Spurs hatten in allen fünf Spielen der Serie mit zweistelligen Leads geführt. In Spiel 5 waren sie im zweiten Viertel mit 16 Punkten vorne. Doch dann kollabierte die Offensive. Die New York beschränkte San Antonio auf nur 37 Punkte in der ersten Halbzeit. Wembanyama veranstaltete defensiv eine Meisterklasse mit fünf Blocks allein vor der Pause. Der Offensive fehlte aber die Konsistenz komplett.

Dylan Harper legte 25 Punkte vor, Julian Champagnie schüttelte seine Drei-Punkte-Krise ab und drückte vier Treffer durch. Doch im vierten Viertel lief New York weg. Ein 10:0-Lauf brachte die Knicks erstmals seit Spielbeginn in Führung. Das war 4:48 vor dem Ende der einzige Moment, in dem New York führte, seit es 5:4 stand. Die Knicks beendeten das Spiel mit einem 21:7-Run. Jalen Brunson, Finals MVP, schoss 15 dieser Punkte und endete mit 45 Punkten insgesamt.

Wembanyama war gerade in den entscheidenden Momenten nicht da. In den vierten Vierteln der ganzen Serie schaffte er im Schnitt nur 7,8 Punkte bei 34% Erfolgsquote, dazu 3,2 Rebounds pro Spiel. Ein Team, das seinen besten Spieler brauchte, bekam ihn dann nicht ab.

Spurs-Coach Mitch Johnson fasste es zusammen: "Wir waren nicht bereit, eine NBA-Meisterschaft zu gewinnen. Das bessere Team hat gewonnen." San Antonio führte mit seinen vier Niederlagen in dieser Serie kombiniert nur um 16 Punkte. Das sind die dritt-kleinsten Margen für vier Siege in der Geschichte eines Championship-Teams.

Wembanyama erkannte das Problem klar: "Unsere Dominanz-Phasen waren absolut. Wir haben die meiste Zeit über diese Serie dominiert. Aber unsere Fehler werden so hart bestraft, dass wir nicht diese Ups und Downs haben können. Die Ups sind OK. Die Downs sind der Grund, warum wir verloren haben."

Für deutsche Fans zeigt sich hier die Kehrseite des Profi-Sports auf höchster Ebene. Wembanyama ist ein generationenübergreifendes Talent, doch gegen die etablierte Elite braucht es mehr als einzelne Ausnahmeleistungen. Die mentale Komponente nach so einer Niederlage wird entscheidend sein für die nächsten Jahre der Spurs. Ein 20-Jähriger, der diese Lektion lernt und daraus wächst, kann danach noch lange dominieren. Wie schnell er das umsetzt und ob die Spurs die richtigen Spieler um ihn bauen, entscheidet über den nächsten Anlauf.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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