Kelsey Plum und Kahleah Copper haben am Samstag Basketball-Geschichte geschrieben. Die Guard der Los Angeles Sparks erzielte 43 Punkte, ihre Gegenspielerin von den Phoenix Mercury 41 Punkte. Das war das erste Mal in der WNBA-Historie, dass zwei Gegnerinnen in einem Spiel die 40er-Marke knackten, Playoffs eingerechnet. Für beide waren es die höchsten Punktzahlen ihrer Karrieren.
Um 111:102 nach Verlängerung behielten die Sparks die Oberhand, aber am Mortgage Matchup Center in Phoenix lieferten beide einen Offensiv-Meisterclass ab. "Das war ein Offensiv-Spektakel von Kah und KP", sagte Sparks-Coach Lynne Roberts. "Wenn beide so in Fahrt kommen, ist das beeindruckend und macht Spaß zuzuschauen."
Plum traf 14 von 26 Würfen aus dem Feld, 5 von 11 Dreier und 10 von 12 Freiwürfe. Sie verteilte zudem 7 Assists und machte in Sparks-Uniform gleichzeitig einen Sparks-Rekord klar: Sie egalisierte Kristi Toliver beim Single-Game-Scoring-Rekord. Im vierten Viertel steuerte sie 17 Punkte bei und band damit ebenfalls einen Sparks-Rekord. Die 43 Punkte untermauern ihre aktuelle Karriere-Saison. Im Schnitt legt Plum ligaweit 26,6 Punkte auf, trifft 55,5 Prozent aus dem Feld und 41,4 Prozent von drei. Die Sparks stehen 7:6 und haben drei Siege nacheinander geholt. "In der Offseason habe ich mein Training und meine Kondition auf ein neues Level gebracht", sagte Plum, die ihre neunte WNBA-Saison spielt. "Dazu bin ich mental gewachsen und viel geduldiger geworden. Ich schätze, dass Coach mir die Freiheit gibt, einfach rausgehen und spielen."
Coppers Partie war nicht weniger beeindruckend. Die Phoenix-Guard versenkte 16 von 30 Feldwürfen, 6 von 14 Dreier und 3 von 6 Freiwürfe und schnappte sich 10 Rebounds. Sie stellte damit einen Mercury-Rekord auf: Die erste Spielerin in der Franchise-Geschichte mit mindestens 40 Punkten und zehn Rebounds in einem Spiel. In der gesamten Mercury-Historie haben nur Copper und die legendäre Diana Taurasi mindestens 40 Punkte in einem Spiel erzielt. Taurasi schaffte es viermal. Copper ist auch erst die zweite Spielerin überhaupt in der WNBA, die 40 Punkte in einer Niederlage auflegt. Lauren Jackson von den Seattle Storm gelang das 2007.
Die Niederlage ließ Phoenix weiter taumeln. Die Mercury fallen auf 4:11 und sind mit 1:5 zu Hause besonders anfällig geworden.
Für deutsche Basketball-Fans ist das Duell ein seltenes Highlight: Die WNBA liefert regelmäßig Leistungen, die den europäischen Top-Ligen ebenbürtig sind. Plum und Copper zeigten an diesem Abend, wie High-Level-Athletik in den USA aussieht. Besonders Plums Effizienz von über 55 Prozent aus dem Feld bei gleichzeitig 41 Prozent von drei ist Elite-Niveau. Wer deutschen Frauenbasketball verfolgt, sollte sich bewusst machen, dass dieser Standard in den USA längst Alltag ist. Solche Spiele sind auch Trainingsvideos für Scouts und Coaches weltweit.