Roger Denny, seit Februar der neue Athletic Director von Oklahoma, sieht in einer möglichen Erweiterung des College Football Playoff eine Chance, die traditionsreichste Rivalität des Staates wiederzubeleben. Das Bedlam-Spiel gegen Oklahoma State liegt seit dem Umzug der Sooners in die SEC auf Eis, die letzte Partie fand 2023 statt. Dabei verbindet diese Rivalität eine Geschichte, die bis 1904 zurückreicht und mit 118 Spielen eine der intensivsten im College Football ist.
Dennys zentrales Argument ist pragmatisch: Solange unklar bleibt, wie die CFP-Seeding-Kriterien stärker werdende Conference-Gegner und Non-Conference-Spiele bewerten, zögert Oklahoma, ambitionierte Out-of-Conference-Spiele anzunehmen. Der Grund liegt auf der Hand. Die SEC vergrößert ihre Conference-Schedule gerade von acht auf neun Spiele, was weniger Platz für hochkarätige Gegner aus anderen Conferences lässt. Wenn Oklahoma State und Oklahoma sich wieder treffen sollen, darf das die Playoff-Chancen nicht torpedieren.
"Das ist riesig für unseren Staat und unsere Fans", sagte Denny. "Wir haben offen gesagt, dass wir das für Oklahoma wichtig finden, für den Staat, nicht nur für die Institution. Falls wir einen Weg finden, gegen Oklahoma State zu spielen, ohne unsere Playoff-Chancen zu gefährden, würden wir das absolut überprüfen." Allerdings hat Denny nach eigenen Aussagen noch keine direkten Gespräche mit Oklahoma State über die Zukunft von Bedlam geführt.
Auf breiter Front werfen SEC-Trainer und ADs der Playoff-Verwaltung Fragen zur Bewertung von Strength of Schedule auf. Der Big Ten wiederum treibt eine Expansion auf 24 Teams voran und verkauft genau das als Anreiz: mehr hochwertige Non-Conference-Spiele sollen möglich werden. Denny fasst das Dilemma zusammen. "Wir sehen gerade große Schwierigkeiten, Strength of Schedule und Strength of Record zwischen den Conferences zu vergleichen." Ohne das Vertrauen darauf, dass schwerere Gegner im Auswahlprozess belohnt werden, will Oklahoma nicht blank unterschreiben.
Ballports-Take: Für DACH-Football-Fans ist die Bedlam-Geschichte relevant, weil sie zeigt, wie die Playoff-Struktur den College Football formt. Die SEC-Expansion zersägt an klassischen Rivalitäten, und nur wenn die Playoff-Metriken wirklich Top-Gegnerschaften belohnen, können solche Spiele zurückkommen. Die nächsten Wochen sind entscheidend: Wird das CFP-Komitee dem Druck nachgeben und transparente Seeding-Kriterien schaffen? Nur dann wird Bedlam 2024 oder 2025 wieder möglich.