Victor Wembanyama hat sich in seine erste NBA-Saison als Abwehrmonster eingespielt. Der Center der San Antonio Spurs erhielt bei der All-Defensive First Team Wahl jeden einzelnen Stimmzettel, wurde also einstimmig gewählt. Das ist eine seltene Auszeichnung in einer Liga, in der Geschmäcker normalerweise auseinandergehen. Wembanyama, der diese Saison auch zum Defensive Player of the Year gekürt wurde, führt die Liga mit 3,1 Blöcken pro Spiel an. Das ist bereits sein drittes Jahr in Folge, in dem er diese Statistik anführt.
In den Western Conference Finals gegen Oklahoma City hat Wembanyama seine Fähigkeiten mehrfach unter Beweis gestellt. Er spielte dabei sogar gegen Shai Gilgeous-Alexander, den zweimaligen MVP der Thunder, und zwang den Star-Guard in enge Momente. Wembanyama ist nicht allein auf der All-Defensive First Team. Chet Holmgren von den Thunder, Ausar Thompson von den Detroit Pistons, Rudy Gobert von den Minnesota Timberwolves und Derrick White von den Boston Celtics komplettieren das Team der besten Abwehrspieler.
Holmgren und Thompson beendeten das MVP-Voting für Defensive Player of the Year auf den Plätzen zwei und drei hinter Wembanyama. Holmgren war maßgeblich daran beteiligt, dass Oklahoma City die beste Defense der gesamten Liga hat, während Thompson mit zwei Steals pro Spiel die Liga anführt. Gobert, bereits viermaliger Defensive Player of the Year, macht mit seiner achten First-Team-Selektion klar, dass er immer noch zu den besten Abwehrspielern zählt. White verhalf Boston zu einer Top-4-Defense.
Die All-Defensive Second Team setzt sich aus OG Anunoby von den New York Knicks, Cason Wallace von den Thunder, Bam Adebayo von den Miami Heat, Dyson Daniels von den Atlanta Hawks und Scottie Barnes von den Toronto Raptors zusammen. Anunoby war entscheidend für New Yorks defensive Stabilität in den Playoffs. Die Knicks kämpften sich bis in die Eastern Conference Finals vor und hofften am Samstag auf einen 3-0-Serienstand gegen die Cleveland Cavaliers. Wallace gehört zu den nervigsten Perimeter-Defendern der Liga und führt auch bei Deflections an. Barnes spielte ein großartiges Jahr, scheiterte mit Toronto aber in sieben Spielen gegen die Cavaliers.
Adebayo verdient sich bereits zum sechsten Mal einen Platz in einem All-Defensive Team und beweist damit seine Vielseitigkeit in der Defense. Dyson Daniels, im letzten Jahr noch auf der First Team, rutscht in die Second Team ab, obwohl er als Most Improved Player des Vorjahres große Hoffnungen geweckt hatte.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die Wembanyama verfolgen, ist die einstimmige Wahl ein Meilenstein in seiner NBA-Karriere. Der 20-Jährige hat sich schneller als erwartet als Elite-Defender etabliert und zeigt, dass er nicht nur wegen seiner Größe und Athletik wertvoll ist, sondern auch taktisch reift. In der Fantasy-Basketball-Szene ist Wembanyama damit auch defensiv ein absoluter Top-Tier-Pick. Die Wahl unterstreicht zudem, dass die besten Teams ihre Verteidigung um einen anchor herum bauen, nicht umgekehrt. Fans sollten verfolgen, wie die Spurs in den kommenden Playoffs mit dieser Defense performen.