Die SEC dreht an ihrem Scheduling-Rad. Die Athletic Directors der Liga beschlossen am Dienstag, dass ab 2027 in der vorletzten Woche der Regular Season Conference Games stattfinden sollen. Damit endet eine Ära, die unter dem wenig schmeichelhaften Namen "Cupcake Games" bekannt ist. Diese Partien gegen deutlich schwächere Gegner waren lange Zeit ein fester Bestandteil des SEC-Kalenders, kurz bevor die großen Rivalitäten anstanden.
Kommissar Greg Sankey erklärte, dass die Liga monatelang über diese Änderung diskutiert hatte und jetzt eine Entscheidung treffen musste, um die Planungen für 2027 zu ermöglichen. "Das ist das Ende der Cupcake-Woche im späten November", sagte Sankey bei der Abschlussbilanz der SEC-Frühjahrstagung in Miramar Beach, Florida. Die zeitliche Nähe zur Abstimmung war kein Zufall. "Wenn wir die Entscheidung nicht jetzt getroffen hätten, müssten wir Anpassungen bei den Nonconference-Terminen vornehmen", erklärte Sankey das Timing.
Die aktuelle Saison zeigt noch das alte System: Am 21. November spielen Alabama gegen Chattanooga und Auburn gegen Samford, bevor diese Teams eine Woche später ihre traditionsreichen Rivals treffen. Ole Miss empfängt Wofford und Mississippi State spielt gegen Tennessee Tech, ehe die Regular Season mit dem Egg Bowl endet. Ab 2027 würde dieses Szenario nicht mehr möglich sein.
Sankey betonte, dass die Entscheidung nicht aus dem Wunsch entstanden ist, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Vielmehr ist sie eine logistische Konsequenz des Übergangs zu neun Conference Games pro Saison. "Wenn du mit neun Conference Games spielst und an mehr Wochenenden aktiv bist, kannst du am Ende der Saison nicht einfach ungeraden Zahlen von Freilos-Spieltagen oder Nonconference-Spielen haben", erklärte der Kommissar. "Das hätte einen Dominoeffekt in der gesamten Planung, weil es beeinflusst, wo du frühe Spiele ansetzt. Das ist uns in der Saison 2026 bereits aufgefallen."
Mit der neuen Regelung soll der hintere Teil des Zeitplans flexibler werden. Konflikte zwischen Freilos-Wochen und Nonconference-Spielen am Ende der Saison werden dadurch vermieden. Es geht also um Scheduling-Effizienz, nicht um sportliche Dramatik.
Ballports-Take: Für deutsche Football-Fans ist das zunächst ein rein administratives Signal. Es zeigt aber, wie ernst die Top-Conferences das Thema Playoff-Vorbereitung nehmen. Indem die SEC "Cupcake Games" vor die Rivalitäten verlagert, stellt sie sicher, dass die letzten beiden Wochen der Regular Season aussagekräftig bleiben. Das hat Auswirkungen auf Rankings, Strength of Schedule und damit auf Playoff-Chancen. Wer sich für SEC-Football interessiert, sollte ab 2027 die Nonconference-Termine im November genauer beobachten. Sie werden künftig nicht mehr strategisch platziert, um einfache Siege vor großen Spielen einzusammeln.