Die Atlanta Dream haben die Dallas Wings mit 77:72 bezwungen und dabei eine beeindruckende Leistung auf dem Brett gezeigt. Allisha Gray war die Hauptstütze der Sieger mit 26 Punkten. Doch die eigentliche Geschichte des Spiels schrieb sich an den Rebounds: Angel Reese erzielte 12 Punkte und holte sich 16 Rebounds für ein Double-Double, ihr 51. in der WNBA-Karriere.
Reeses Dominanz unter dem Brett war gegen Dallas besonders eindrucksvoll. Sie schnappte sich acht offensive Rebounds im Alleingang, während die gesamte Wings-Defense nur sieben offensive Rebounds für ihr Team zusammenbrachte. Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr Reese das Spiel im Detail kontrollierte. Sie ist nun die zweitjüngste WNBA-Spielerin überhaupt, die diese Marke von 50 Career Double-Doubles erreicht hat. Nur Tina Charles schaffte das in jüngerem Alter.
Die Partie war eng, entschied sich aber in der Schlussphase im vierten Viertel. Jordin Canada versenkte mit noch 3:34 auf der Uhr einen umkämpften Dreier und setzte damit den Schlusspunkt unter eine 15:6-Serie Atlantas zum Start ins letzte Viertel. Dieser Lauf brachte die Dream auf 73:65 davon. Canada kam auf insgesamt 19 Punkte, sieben Rebounds und fünf Assists. Rhyne Howard trug 14 Punkte bei. Atlantas Bench blieb mit nur fünf Punkten schwach.
Für Dallas war die Niederlage besonders bitter, da Azzi Fudd, die No. 1 Pick der Wings, wegen einer Knieverletzung ausfiel. Arike Ogunbowale führte Dallas mit 20 Punkten an, Paige Bueckers traf 15 Punkte. Jessica Shepard kam nicht in Schwung und erzielte nur 12 Punkte bei acht Rebounds.
Bemerkenswert für Dallas ist ein Trend: Zum zweiten Spiel in Folge führten die Wings zur Halbzeit. Das ist ungewöhnlich, denn in der gesamten vergangenen Saison gelang Dallas nur 14-mal, zur Pause vorne zu sein. Die neue Offensive unter dem neuen Coach scheint zu greifen, doch die Defense in der zweiten Halbzeit bleibt ein Problem. Atlanta steht mit 2:0 da und empfängt am Sonntag Las Vegas in der State Farm Arena. Dallas fiel auf 1:1 zurück und trifft am Donnerstag auf Minnesota.
Ballports-Take: Reese etabliert sich in ihrer zweiten WNBA-Saison als Elite-Rebounderin und beeinflusst damit Spiele auf fundamentale Art. Ihre Fähigkeit, offensive Boards zu dominieren, ist im modernen Basketball ein seltenes Gut. Deutsche Fans sollten Reese auf dem Schirm behalten, wenn Atlanta in den kommenden Wochen sein Spiel zeigt. Ihre Robustheit und Konsistenz auf dem Brett machen sie zur Ankerin einer potenziellen Playoff-Mannschaft. Im ELF-Basketball könnten solche Spielerinnen als Vorbilder für Post-Player dienen, die nicht nur Punkte, sondern Kontrolle unter dem Brett bringen.