NEW YORK - Die New York Knicks haben ihren ersten NBA-Titel seit 1973 gewonnen und die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand. Am Mittwochabend im Yankee Stadium warfen Jalen Brunson und Josh Hart die Eröffnungswürfe vor dem Spiel zwischen den Yankees und den Chicago White Sox. Die beiden Knicks-Stars betraten das Spielfeld in Yankees-Uniformen und wurden von den Fans mit Standing Ovations empfangen, während Highlights aus dem Titelgewinn auf den Videotafeln liefen.
Brunson dominierte die Finals gegen die San Antonio Spurs förmlich. In der entscheidenden Game 5 schoss er die Knicks mit 45 Punkten zum 94:90-Sieg und sicherte sich den MVP-Award der Finals. Übers gesamte Finale hinweg erzielte er im Schnitt 32,6 Punkte pro Spiel. Hart stammt aus einer besonderen Baseball-Familie: Er ist der Großneffe des legendären Yankees-Catchers Elston Howard, dessen Trikot mit der Nummer 32 von New York in die Ruhmeshalle aufgenommen wurde.
Die Knicks schrieben Geschichte mit ihrer Postseason-Performance. Sie gewannen 16 von 17 Spielen und erreichten damit die zweibeste Bilanz seit Einführung des Best-of-Seven-Formats im Jahr 2003, hinter Golden State Warriors, die 2017 sogar 16:1 wurden. New York erzielte 13 Siege in Folge und knackte damit die Marke der Warriors, die 2017 immerhin 15 Siege nacheinander landeten. Die Knicks dominierten im Playoff auch auswärts und gewannen neun Spiele hintereinander in gegnerischen Arenen. Offensiv waren sie überwältigend und übertrafen ihre Gegner insgesamt um 283 Punkte.
Brunson warf bereits zum zweiten Mal einen First Pitch für die Knicks. Im Juli 2024 hatte er denselben Ehrendienst beim Mets-Yankees-Spiel erfüllt, kurz nachdem er seinen vierjährigen Vertrag über 156,5 Millionen Dollar mit New York unterzeichnet hatte. Gemeinsam mit Hart und den anderen Starters Karl-Anthony Towns, Mikal Bridges und OG Anunoby hatten Brunson und Hart zuvor NBC-Shows und "Good Morning America" besucht, um ihren Titel zu feiern.
Donnerstag steht die ultimative Feier an: Die Stadt plant für die Knicks eine Ticker-Tape-Parade in Lower Manhattan. Bürgermeister Zohran Mamdani prognostiziert, dass es sich um die größte Parade in der New Yorker Geschichte handeln könnte. Das ist für die Knicks besonders bedeutsam, denn bei ihren vorherigen Titeln 1970 und 1973 hatten die damaligen Bürgermeister die Team-Führung nur mit Empfängen in der Bürgermeister-Residenz und im City Hall geehrt. Yankees-Manager Aaron Boone lobte die Mannschaft überschwänglich und betonte die mentale Stärke und den Zusammenhalt der Gruppe, die sich über Jahre hinweg zusammengefunden habe.
Der Knicks-Triumphzug ist für deutsche Basketball-Fans interessant zu verfolgen, weil er zeigt, wie eine Franchise einen Umbruch schafft und Kontinuität aufbaut. Mit Brunson als konstantem Anker und den späteren Zugängen Towns, Bridges und Anunoby haben die Knicks bewusst um ihre Stars gebaut und dabei auch taktisch dominiert. Dass die Stadt New York wieder ein NBA-Champion-Team hat, könnte auch die internationale Aufmerksamkeit für die Knicks in der kommenden Saison erhöhen. Ballports wird die Rolle der Knicks in der Eastern Conference genau beobachten.