Die Indiana Fever haben am Montagabend einen beeindruckenden Comeback geschafft. Nachdem sie das erste Viertel mit nur sechs Punkten fast verloren hatten, drehten sie das Spiel gegen die Phoenix Mercury komplett um und gewannen 86-77. Caitlin Clark war mit 24 Punkten und neun Assists die Hauptverantwortliche für die Aufholjagd, während Kelsey Mitchell mit 22 Punkten unterstützte.
Indiana lag nach dem ersten Viertel mit 13 Punkten hinten, hatte aber im zweiten Viertel die perfekte Antwort parat. Die Fever erzielten 35 Punkte in diesem Abschnitt, die zweithöchste Ausbeute in einem Viertel der ganzen Saison, und kamen so zum 41:41-Ausgleich zur Halbzeit. Clark selbst trug 15 dieser 35 Punkte bei. Im dritten Viertel dominierte Indiana dann komplett. Die Fever erzielten 30 Punkte, während Phoenix nur 11 zustande brachte. Damit war das Spiel im Grunde entschieden.
Clark und Mitchell waren für 16 der 27 Feldtreffer verantwortlich, sechs davon Dreier. Monique Billings kam auf 14 Punkte und 10 Rebounds für ihr erstes Double-Double der Saison. Aliyah Boston blieb mit acht Punkten bei zwei verwandelten Würfen aus neun Versuchen deutlich unter ihren Möglichkeiten. Für Indiana (10:7) war es der Sieg nach zwei Niederlagen in Serie.
Ein turbulentes viertes Viertel zeigte aber auch Clarks Anfälligkeit für technische Fouls. Insgesamt sechs technische Fouls wurden in diesem Abschnitt gepfiffen, Clark erhielt ihre fünfte der Saison. Myisha Hines-Allen von Phoenix flog nach ihrem zweiten technischen Foul vom Platz. Clark beschwerte sich über die Entscheidung und nannte die Strafe "lächerlich". Sie warnte davor, dass Schiedsrichter sie immer wieder disqualifizieren würden, wenn sie weiterhin für das Klatschen technische Fouls bekäme. Trainerin Stephanie White bestätigte, dass sich Clark ihrer Fouls bewusster sein müsse. "Es gibt einige, die wir vermeiden können. Manches ist einfach das natürliche Energielevel des Spiels, aber bei einigen können wir besser kontrollieren", sagte White.
Clark hält jetzt einen bemerkenswerten WNBA-Rekord: Sie hat sechs aufeinanderfolgende Spiele mit mindestens 20 Punkten und fünf Assists absolviert, mehr als jeder andere Spieler in der Geschichte der Liga je schaffte. Bei Phoenix erzielte Kahleah Copper 20 Punkte. Alyssa Thomas steuerte 19 Punkte, fünf Rebounds und neun Assists bei. Mit ihren neun Assists wurde Thomas die schnellste Spielerin in der WNBA-Geschichte, die 500 Assists für eine Franchise sammelte, sie brauchte dafür vier Spiele weniger als Clark.
Für deutsche Basketball-Fans ist Clarks Entwicklung ein faszinierendes Phänomen: Sie dominiert mit einer Art Allrounder-Energie, die an europäische Spielmacher-Traditionen erinnert, aber mit der atypischen Athletik einer Top-Scorerin kombiniert. Das Problem mit den technischen Fouls könnte für Fantasy-Basketball-Manager relevant werden, denn Spieler, die ihre achte technische Foul bekommen, müssen ein Spiel aussitzen. Damit wird Clark zu einem kalkulierten Risiko. Ihre Produktivität ist allerdings so hoch, dass sie für jeden Manager trotzdem ein Must-Have bleibt.