Der Supreme Court hat sich geweigert, in die Diskriminierungsklage von Brian Flores gegen die NFL einzugreifen. Damit kann der Fall vor einem ordentlichen Gericht in New York verhandelt werden, statt wie die Liga gefordert hatte durch ein internes Schiedsverfahren.
Flores, der afroamerikanische ehemalige Head Coach der Miami Dolphins, hatte die NFL im Februar 2022 verklagt. Er wirft der Liga vor, ihre Einstellungspraktiken für Black Coaches seien "durchdrungen von Rassismus". Der Fall war schnell prominent geworden, weil zwei weitere Black Coaches, Steve Wilks und Ray Horton, sich der Klage anschlossen.
Die NFL argumentierte, dass solche Vorwürfe durch ihr internes Schiedsverfahren geklärt werden sollten, nicht durch öffentliche Gerichtsverhandlungen. Doch die unteren Instanzen gaben bereits den Klägern recht. Der Supreme Court stützte diese Entscheidung nun, ohne den Fall selbst anzuhören. Nur Justice Brett Kavanaugh stimmte dafür, die Beschwerde der Liga zu behandeln.
Flores war 2019 mit den Dolphins Kandidat bei den Denver Broncos, 2022 dann bei den New York Giants und Houston Texans. Nach einem 24-25-Rekord über drei Saisons wurde er von Miami entlassen, obwohl das Team in seinen letzten beiden Jahren gewinnen konnte. Heute arbeitet er als Defensive Coordinator bei den Minnesota Vikings.
Wilks wurde im Dezember als Defensive Coordinator der New York Jets entlassen. Er sagt, die Arizona Cardinals hätten ihn 2018 nur als "Bridge Coach" geholt, ihn zwischenzeitlich zum Interim Head Coach befördert, aber die Stelle später an jemand anderen vergeben. Horton, zuletzt 2019 in der NFL tätig, behauptet, die Tennessee Titans hätten ihm 2016 kein echtes Interview für die Head-Coach-Position angeboten.
Ballports-Take: Das ist ein Wendepunkt für die NFL. Die Liga verliert ihre Strategie, Diskriminierungsvorwürfe hinter verschlossenen Türen zu klären. Ein öffentlicher Prozess vor Gericht bedeutet maximale Sichtbarkeit für jeden Fall, den Flores, Wilks und Horton vorbringen. Für deutsche Football-Fans relevant: Dieses Verfahren könnte langfristig beeinflussen, wie amerikanische Sportligen mit Diversität umgehen und welche Standards sie setzen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Struktur der NFL-Trainersuche grundlegend hinterfragt wird.