Mitchell rettet die Cavs – wieder einmal
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Mitchell rettet die Cavs – wieder einmal

Die Cleveland Cavaliers stehen 0-2 in den Conference Finals gegen die New York Knicks. Ein desaströser Start für ein Team, das sich gerade erst durch ein dramatisches siebtes Spiel gegen die Detroit Pistons gekämpft hat. Doch bevor die Panik ausbricht, lohnt sich ein Blick zurück auf das, was Donovan Mitchell in dieser Saison bereits geleistet hat.

Nach Game 6 gegen die Pistons hätte Mitchell die Schuld auf sich nehmen können. Sechs Treffer bei 20 Versuchen, 18 Punkte, eine Leistung zum Vergessen. Dann kam Game 7. Mitchell explodierte mit 26 Punkten bei 10-for-22 Shooting und acht Assists, seiner höchsten Assistquote in den bisherigen Playoffs. Coach Kenny Atkinson wusste genau, wem er seinen Dank schuldig war. Im Besucherumkleideraum in Detroits Little Caesars Arena richtete der Coach seine Worte direkt an Mitchell. "We turn to you", sagte Atkinson. Es war mehr als eine einfache Anerkennung. Es war eine Hommage an Mitchells Konstanz durch eine der chaotischsten Saisons der jüngeren Cavaliers-Historie.

Von Preseason-Favoriten im September bis knapp über .500 im Dezember, dann ein tauschgeschäft, das alles verändern sollte. Zwei Serien mit je sieben Spielen. Mitchell führte das Team durch jede Turbulenz, durch jeden Rückschlag, ohne in die negative Spirale zu verfallen. "Your leadership," sagte Atkinson. "Your positivity when things were really not going great." Selbst als die Cavs kurz davor standen, die zweite Runde zu verlassen, war Mitchell das Fundament, auf das sich der Coach verlassen konnte. Vor Game 2 gegen die Knicks würdigte Atkinson diese Rolle erneut. "I know I leaned on him. That's the first place to go when you're struggling, to your leader."

Mitchell selbst sprach nach dem Game-7-Sieg nur kurz mit der Mannschaft. "Enjoy it. But we didn't just come here to do this." Das sollte sich als prophetisch erweisen. Die Conference Finals begannen mit einer 22-Punkte-Führung, die die Cavs verspielten. Game 2 verloren sie mit 16 Punkten Rückstand in einer Partie, die nie eng war. Plötzlich stand Cleveland 0-2, und der Albtraum drohte sich zu wiederholen.

Doch Mitchell blieb bei seiner Linie. "I'm not sitting here like, oh man, scrambling and trying to figure things out," erklärte er nach der zweiten Niederlage. "At the end of the day, we make some shots, we'll be in good shape." Für diesen Optimismus gab es einen guten Grund. Sechs Monate zuvor, am Weihnachtstag, hatten die Cavs gegen dieselben Knicks ein ähnliches Szenario durchgemacht. Eine 12-Punkte-Führung, die sich bis auf 17 Punkte ausgewachsen hatte. Dann kollabierte Cleveland im vierten Viertel, die Knicks schafften ein 42-28-Comeback angeführt von Jalen Brunson mit 34 Punkten.

Damals war das ein Schock. Dieses Mal wissen die Cavaliers, dass es möglich ist, sich davon zu erholen. Mitchell hat es im Dezember gemacht, er hat es im April gemacht. Jetzt, während die Serie am Samstag nach Cleveland zurückkehrt, wird das Team erneut auf seine Schultern schauen. Die gute Nachricht: Mitchell weiß bereits, wie man solche Serien rettet.

Ballports-Take: Mitchell ist der Typ Spieler, den deutsche Fans am liebsten haben: zuverlässig, ungebrochen, nie am Negativen hängend. Seine neun Playoff-Serien ohne Ausfall sind beeindruckend, aber die letzten drei Jahre in Cleveland zeigen auch, dass Individualtalent Grenzen hat. Die Cavs müssen als Team zurück ins Spiel kommen, nicht nur Mitchell. Dass sie 0-2 zurückliegen, ist bitter, aber das Team hat bereits bewiesen, dass es aus dieser Position kommt. Wer Mitchell und Cleveland verfolgt, sollte Saturday zu Game 3 bereit sein.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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