Die NBA Finals 2026 sind endlich Realität. Die New York Knicks haben die Cleveland Cavaliers in den Eastern Conference Finals dominiert und kehren damit zum ersten Mal seit 1999 in die championship round zurück. Für New York geht es um deutlich mehr: Der letzte Titel liegt über 50 Jahre zurück, 1973 war das. Die San Antonio Spurs dagegen spielen wieder Finals, erstmals seit 2014. Sie setzen ihre Hoffnungen auf Victor Wembanyama, ihren aufstrebenden Superstar, und ein junges Ensemble, das gerade erst den vierjährigen Champion Oklahoma City Thunder in sieben Spielen bezwungen hat.
Game 1 in San Antonio endete 105:95 für die Knicks. Ein Schock für die Spurs. Zum ersten Mal in ihrer Franchise-Geschichte verlieren sie ein Finals-Eröffnungsspiel nach einer 6:0-Bilanz in dieser Situation. Der Grund war eindeutig: Jalen Brunson. Der Knicks-Guard erzielte 30 Punkte, davon 19 nach der Halbzeit. Die Spurs-Guards Stephon Castle, De'Aaron Fox und Dylan Harper konnten ihn nicht bremsen. Besonders in der vierten Partie setzte Brunson sich durch und schoss neun seiner Punkte in diesem Viertel allein.
Wahrscheinlich noch beängstigender für San Antonio: Das Paint-Spiel. Obwohl Wembanyama als einer der besten Verteidiger der Liga gilt, dominierten die Knicks den Bereich um den Korb mit 50:42 Punkten. Das ist nicht einfach ein statistischer Ausreißer. Das ist ein Strukturproblem. Die Spurs hatten eine 14-Punkte-Führung mit einem großartigen Publikum im Rücken und verloren die Kontrolle, weil ihre Offense zusammenbrach. Nach dem Seitenwechsel fanden sie kaum noch Rhythmus.
Auf der anderen Seite zeigten die Knicks keine Scheu vor der Situation. Sie spielten nur 19:31 Minuten mit Führung, doch das Vertrauen in ihre Abwehr wuchs mit jeder Minute. Sobald sie die Dreier der Spurs unter Kontrolle bekamen, war das Spiel gelaufen. Karl-Anthony Towns früh im Spiel, Brunson spät. Das ist die Formel, die für New York funktioniert.
Brunson selbst schrieb Geschichte. Es war sein 38. Spiel in den Playoffs mit mindestens 25 Punkten für die Knicks, nur Patrick Ewing liegt mit 43 solchen Spielen vor ihm. Die Knicks sind jetzt 6:0, wenn Brunson 30 oder mehr Punkte erzielt. Das ist keine Zufälligkeit mehr.
Kommende Nacht steht Game 2 an. Freitag, 8:30 Uhr ET auf ABC. Die Spurs müssen reagieren. Julian Champagnie war einer der wenigen, der seine Schüsse traf, doch das genügt nicht. Sie brauchten mehr Unterstützung in der Offense, und Wembanyama wird ein aggressiveres Spiel zeigen müssen. Für die Knicks gilt: Die Offensive-Effizienz von Brunson kann nicht ewig auf diesem Level bleiben. 30 Punkte bei 30 Würfen ist nicht die ideale Quote, auch wenn die Ergebnisse passen.
Ballports-Take: Für DACH-Fans sind die Knicks jetzt der spannendere Underdog-Story. Eine Franchise, die Jahrzehnte auf einen Titel wartet, und ein Point Guard in Brunson, der nicht mit den ganz großen Namen konkurriert, aber in Playoff-Momenten liefert. Die Spurs mit Wembanyama sind das experimentelle Team hier, der junge Superstar im Finals nach kürzester Aufbauphase. Game 1 zeigte: Wenn San Antonio offensiv nicht mehrere Optionen findet, wird es schwer. Wembanyamas Defense hilft, aber Doppelbelastung reicht nicht. Behalte Champagnie im Auge für die nächsten Spiele, ob San Antonio um ihn herumbauen kann oder ob die Knicks' transition defense ihn wieder bremst.