Kiffin nennt Diversität als Recruitment-Vorteil für LSU
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Kiffin nennt Diversität als Recruitment-Vorteil für LSU

Lane Kiffin hat einen Grund für seinen Wechsel von Ole Miss zu LSU genannt, der über Verträge und Erfolgsbilanzen hinausgeht. In einem Interview mit Vanity Fair berichtete der Trainer, dass Spitzenspieler ihm während seiner Zeit an der Ole-Miss-Spitze häufig absagten, weil ihre Großeltern oder Eltern nicht nach Oxford, Mississippi ziehen wollten. "Sie würden sagen: Hey Coach, wir mögen dich echt. Aber meine Großeltern lassen mich nicht nach Oxford, Mississippi gehen," zitierte Kiffin das Magazin. "Das kommt nicht vor, wenn du von Baton Rouge, Louisiana sprichst."

Eltern von Recruits, die Ole Miss besuchten, hätten Kiffin gegenüber geäußert, dass die Vielfalt auf dem LSU-Campus großartig wirke. Sie beschrieben das Gefühl, dass es dort keine Segregation gebe, und dass sie das für ihre Kinder wollen, weil es die echte Welt abbilde. Die demografischen Zahlen unterstützen diesen Eindruck: Baton Rouge hat einen Bevölkerungsanteil von 52 Prozent Schwarzen und 34 Prozent Weißen. Oxford dagegen ist zu 66 Prozent weiß und zu 26 Prozent Schwarz.

Kiffin präzisierte seine Aussage einen Tag später und betonte, dass er Ole Miss nicht disrespektieren wolle. "Ich sage einige Dinge, die faktisch stimmen, das sind keine Angriffe," erklärte er. Trotz dieser Klarstellung widersprach Keith Carter, Athletics Director von Ole Miss, später einigen von Kiffins Kommentaren.

Kiffins Wechsel zu LSU kam nach einer bemerkenswerten Saison: Mit Ole Miss erreichte er ein 11:1-Bilanz in der regulären Saison und führte die Rebels damit an den Rand des College Football Playoff. Allerdings verweigerte Ole Miss ihm die Teilnahme am Playoff-Turnier. Stattdessen nahm Kiffin das siebenjährige Vertrag bei LSU an, das ihm etwa 13 Millionen Dollar pro Jahr zahlt. In seinen sechs Jahren in Oxford hatte Kiffin eine Gesamtbilanz von 50:19 aufgebaut.

Nach Kiffins Abgang übernahm Pete Golding, der zuvor Defensive Coordinator in Kiffins Stab war, die Position des Head Coach bei Ole Miss. Golding führte die Rebels zu Playoff-Siegen gegen Tulane und Georgia, bevor sie gegen Miami in einem Fiesta-Bowl-Halbfinale unterlagen.

Ballports-Take: Kiffins Kritik an Oxford zeigt, wie Standort und Campus-Kultur im Elite-Recruiting zum entscheidenden Faktor werden. Für deutsche Fans ist dieser Blick interessant, weil er zeigt, dass Trainer in Amerika mit ganz anderen Faktoren jonglieren müssen als nur Spielzeit und Trainingsqualität. Diversität und Zugehörigkeitsgefühl beeinflussen direkt die Fähigkeit, Talente zu rekrutieren. LSU profitiert davon strategisch, während Ole Miss mit dem Handicap kämpft, dass einige Familien das Umfeld ablehnen, unabhängig davon wie stark das Programm ist.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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