Tim Hardaway Jr. hat sich den Miami Heat angeschlossen. Der Free-Agent-Guard bringt seine 3-Point-Schießkunst zu einem umgebauten Team mit, das um Giannis Antetokounmpo aufgebaut wurde. Doch eine Nummer wird ihm verwehrt bleiben: die 10, die er während seines College-Spiels und in Teilen seiner NBA-Karriere getragen hat.
Der Grund liegt an seinem Vater. Tim Hardaway Sr. hat deutlich gemacht, dass er seine pensionierte Nummer nicht aus dem Rafters herunterholen wird, nur damit sein Sohn sie tragen kann. "My legacy is my legacy, and he's doing it his way. Even though he likes to wear 10, he loves to wear 10, but that is not coming down from the rafters", sagte der ältere Hardaway dem Radiosender WQAM in Miami.
Hardaway Sr. spielte von 1996 bis 2001 fünf Saisons für Miami. Er wurde zweimal ins All-Star-Team berufen, 1997 ins All-NBA First Team und 1998 sowie 1999 ins Second Team. Seine Nummer 10 hing seit seiner Verabschiedung 2001, als er zu den Dallas Mavericks gehandelt wurde, nicht mehr im American Airlines Center. Die Heat pensionierten sein Trikot im Oktober 2009. Seitdem trug niemand die Nummer.
Der Wechsel zu Miami ist für Hardaway Jr. eine Heimkehr. Er einigte sich auf einen Einjahresvertrag über 6,5 Millionen Dollar mit den Heat. Allerdings hatte er mit Nummernkonflikten schon Erfahrung: Bei den New York Knicks ist die 10 für Clyde Frazier pensioniert, bei den Detroit Pistons für Dennis Rodman. Bei Miami wird Hardaway Jr. die Nummer 11 tragen, die er auch während seiner Zeit bei den Mavericks getragen hat.
Hardaway Sr. betonte, dass er seine Haltung nicht ändern wird. "That is tough to do", sagte er zu WQAM, "and when it's up there, you want it to stay up there and you don't want nobody to touch it. I love him. I love him to death. I'm happy for him. ... Now he's going to his hometown team. I never done that, and so I'm happy that he's doing it. But no, he can't wear No. 10."
Für deutsche Basketball-Fans ist diese Geschichte ein interessanter Einblick in die Kultur der NBA-Franchises und ihre Legenden. Tim Hardaway Sr. zählt zu den großen Point Guards der 90er Jahre und seine Nummer an der Decke ist ein Zeugnis für seinen Einfluss auf die Heat-Franchise. Dass der Vater diese Grenze auch gegenüber seinem eigenen Sohn zieht, unterstreicht, wie ernst es in den USA mit Retiring-Zeremonien ist. Für Hardaway Jr. ist es eine Demütigung, aber auch ein Beweis dafür, dass man sich in der NBA auch gegen Familie durchsetzen kann, wenn es um die eigene Legacy geht.