In 100 Tagen beginnt die College-Football-Saison 2026, und gleich in Week 0 treffen sich UNC und TCU in Dublin zum Auftakt. Für Bill Belichick und die Tar Heels geht es nach einer desaströsen 4-8-Bilanz in seinem ersten Jahr um nichts weniger als Schadensbegrenzung in der ACC. Die Horned Frogs wiederum müssen sich an einen neuen Starting-Quarterback gewöhnen, nachdem Josh Hoover nach Indiana wechselte.
Arch Manning kehrt zu Texas zurück und will an seine starke erste vollständige Saison als Starter anknüpfen, in der die Longhorns 10-3 gingen. Oregons QB Dante Moore hatte sich gegen einen Draft in die NFL entschieden und bleibt für weitere College-Spiele erhalten. Die Szene ist aufgewühlt: Lane Kiffin startet sein erstes Jahr bei LSU nach seinem überraschenden Abgang von Ole Miss, und James Franklin siedelt sich an der Virginia Tech an, zusammen mit mehreren Penn-State-Spielern, die ihm folgten.
Die zehn wichtigsten Geschichten für die Saison zeigen die Komplexität dieser neuen Ära. Nummer zehn ist die Pac-12-Rückkehr: Das Original starb, doch jetzt erwacht es zu neuem Leben. Mit Oregon State und Washington State als Holdovers kommen Boise State, Colorado State, Fresno State, San Diego State, Texas State und Utah State in die Konferenz. Die Vision: der beste Football außerhalb der Power 4. Ob die Pac-12-After-Dark-Vibes dieser Ära bleiben, werden die kommenden Monate zeigen.
Miami hatte mit Transfer-Quarterbacks wie Cam Ward und Carson Beck an die Elite angeknüpft und 23 Spiele in zwei Saisons gewonnen. Nun gelang dem Programm ein spektakulärer Coup: Darian Mensah, der Duke zur ersten ACC-Championship seit 1989 führte und dabei Single-Season-Records in Passing Yards und Touchdowns aufstellte, landete bei den Hurricanes. Ein Vertrag im Wert von bis zu vier Millionen Dollar war das Geschäft. Duke klagte, eine Einigung wurde erreicht, und am 26. Januar gab Mensah sein Wort. Das Derby zwischen Duke und Miami am 14. November wird daher extra würzig.
Matt Campbell, der erfolgreichste Trainer in der Iowa-State-Geschichte nach zehn Jahren in Ames, ist endlich Penn State. James Franklin musste State College verlassen, nachdem er im Oktober gefeuert wurde, obwohl sein Team vorher noch im College Football Playoff-Semifinal gespielt hatte. Nun versucht Franklin bei Virginia Tech einen Neuaufbau, mit seinem Transfer-QB Ethan Grunkemeyer im Gepäck. Campbell startet auf der größeren Bühne.
Und dann Belichick bei North Carolina in Jahr zwei. Der wohl beste Trainer der Footballgeschichte kam voller Erwartungen, aber die Tar Heels schlitterten 2025 in eine 4-8-Saison ab.
Ballports-Take: Die 2026er-Saison ist für europäische College-Football-Fans ein perfekter Einstiegspunkt. Die großen Namen sind verteilt, die Stories sind greifbar: Belichick muss liefern oder seine Credibilität verliert Kratzer. Dante Moore ist in Europa weniger bekannt, aber Arch Manning wird der Name sein, den deutsche Fans folgen sollten, wenn sie einen Quarterback beobachten wollen, der NFL-reif ist. Die Pac-12-Rückkehr ist ein Symbol für die Turbulenz im College-Sport, und für die kommende ELF-Saison 2026 können deutsche Fans schauen, wie etablierte Ligen reagieren, wenn etablierte Strukturen zusammenbrechen und neu entstehen.