Weniger als 24 Stunden nach seinem Trade von den Philadelphia Eagles zu den New England Patriots betrat A.J. Brown am Dienstag zum ersten Mal das Trainingsgelände in Foxborough. Die Patriots hatten einen 2028er First-Round Pick und einen 2027er Fifth-Round Pick für den Wide Receiver gezahlt. Browns erste Reaktion war eine Mischung aus Ungläubigkeit und Erleichterung. "Offensichtlich weiß ich, dass das hier nicht der Himmel ist. Aber es kommt dem ziemlich nahe," sagte der 31-Jährige nach der Trainingseinheit.
Die emotionale Reise hinter diesem Trade reicht Jahre zurück. Brown hatte sich schon als Jugendlicher vorgestellt, von den Patriots gedraftet zu werden, am liebsten an der Seite von Tom Brady zu spielen. 2019 wurden seine Träume aber zerschlagen, als New England stattdessen Arizona-State-WR N'Keal Harry an Position 32 wählte. Damals verließ Brown seine Draft Party und saß niedergeschlagen im Kleiderschrank seines Zimmers. Jetzt, acht Jahre später und zu Beginn seiner achten NFL-Saison, hatte sich die Chance doch noch ergeben.
"Better late than never. We're right on time", fasste Brown zusammen. Während seiner Pressekonferenz nach der ersten Trainingseinheit offenbarte er sich emotional und reflektiert zugleich. Mit seiner Mutter habe er telefoniert und gesagt: "Ich bin immer noch sprachlos." Beim Hochlaufen zum Trainingsplatz in der Patriots-Uniform habe es ihm plötzlich bewusst gemacht, dass das echt ist. "Ich habe mich selbst dabei ertappt, dass ich im Training nicht aufgepasst habe, weil ich nur dachte: ‚Wow.' Ich versuche, es alles in mich aufzunehmen."
Fragen zu seinem Abgang von Philadelphia nach vier Saisons parierte Brown gekonnt. "Ich werde keine Details erklären, aber ich bin aufgeregt für diese Chance. Ich bin jetzt hier," antwortete er. "Nichts davon zählt mehr. Was vorbei ist, ist vorbei. Ich blicke nach vorne." Auch eine potenzielle Knieverletzung stellte Brown in Aussicht: "Keine Verletzung. Nichts, worüber man sich Sorgen machen muss. Ich bin bereit."
Bei der Wahl seiner Trikotnummer entschied sich Brown für eine bewusste Geste. Er hätte die Nummer 11 tragen können, die bei den Patriots verfügbar war und die er auch bei den Titans und Eagles getragen hatte. Stattdessen wählte er die Nummer 1. "Julian Edelman hat mir erlaubt, die 11 zu tragen, aber ich habe großen Respekt und Liebe für ihn. Ich werde das sein lassen und meine eigene Marke hier aufbauen", erklärte Brown. "Ich gehe zurück zu meinen Wurzeln. Ich war Nummer 1, bis ich in die Liga kam."
Während des Trainings wurde Brown gefragt, ob er die Spieler beim Stretching anführen wolle, lehnte aber ab. Er wolle sich diesen Respekt erst verdienen, sagte er. Am Ende der Pressekonferenz fragte ein Reporter, wie viel Brown noch im Tank hat. Brown antwortete mit einem Lächeln: "Das werdet ihr sehen."
Ballports-Take: Für deutsche Patriots-Fans ist dies eine historische Nachricht. Brown ist einer der prämierten Receiver der Liga und kommt zu einer Mannschaft, die 2023 die AFC Championship gewonnen hat. Seine emotionale Ankunft zeigt einen Spieler, der hier spielen will und nicht bleibt nur eine kurzfristige Station. In der Fantasy-Football-Szene der DACH-Community ist Brown sofort eine Top-Waffe für jeden Roster, sein Wert steigt massiv. Wichtig zu beobachten: Wie schnell entwickelt sich die Chemie mit Pats-QB Jacoby Brissett, und bleibt Brown wirklich fit? Seine Aussage zu null Verletzungen beruhigt, aber in dieser Saison muss er sein Versprechen auch auf dem Platz einlösen.