Jalen Brunson ist jetzt der König von New York
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Jalen Brunson ist jetzt der König von New York

Es gab eine Zeit, in der Jalen Brunson an denselben Dingen zweifelte wie seine Kritiker. Seine Körpergröße, seine athletischen Fähigkeiten, sein Talent. Die NBA-Scouts hatten ihr Urteil längst gefällt: Ein 1,88 Meter großer Point Guard mit zwei nationalen Titeln von Villanova und Player-of-the-Year-Award könne es in der Liga nicht schaffen. Das Urteil war eindeutig. Brunson fiel 2018 in die zweite Runde, während drei seiner Villanova-Teamkollegen in der ersten Runde gezogen wurden.

Damals bei den Dallas Mavericks erkannte Donnie Nelson, der General Manager, sein Glück. Nelson hatte gerade Luka Doncic verpflichtet, einen Spieler von generationellem Potenzial. Jetzt landete auch noch Brunson bei ihm, Pick 33. "Alles was ich weiß ist, dass er die gleichen Dinge hatte wie Hardaway und Nash: Herz, Verstand und Mut", sagte Nelson zu ESPN. "Das passt normalerweise nicht in ein Analytics-Modell." Brunson selbst geriet allerdings schnell ins Grübeln. Im Trainingszentrum der Mavericks sah er Doncic trainieren und alles änderte sich. Während Brunson seine Jump-Stops und Jab-Steps machte, jeden Sprung perfekt mit zwei Füßen abgesprungen, um winzige Anpassungen vornehmen zu können, wirkte alles bei Doncic spielerisch leicht. "Ich sah, wie mühelos er alles machte, und das ließ mich wirklich an mir selbst zweifeln", erinnert sich Brunson. "Ich musste all diese Arbeit aufwenden, nur um in dieser Position zu sein."

Er hatte eine Wahl: weitermachen mit den Zweifeln oder weitermachen mit dem Training. Er entschied sich für letzteres. Ein früherer Assistent-Coach der Mavericks erzählte ESPN von Trainingseinheiten, in denen Brunson die gegnerischen Verteidiger regelrecht auseinandernimmt. "Er war unmöglich zu stoppen", sagte der Coach. "Du weißt genau was er vorhat. Aber niemand konnte ihn aufhalten."

Jetzt steht Brunson mit den New York Knicks zwei Siege vor dem ersten NBA-Titel seit 1973 entfernt. Die Finals werden heute Nacht ab 20:30 Uhr auf ABC übertragen. Sein ehemaliger Teamkollege Josh Hart glaubt zu wissen, warum ausgerechnet Brunson der Retter der Knicks sein könnte, nachdem so viele andere gescheitert sind. "Ich denke, er kam nie mit dieser Einstellung hierher", sagt Hart. "Es ist ihm egal. Er will einfach gewinnen. Mit dieser Demut erledigt sich der Rest von allein."

Das ist Brunsons große Stärke in New York: Die Stadt liebt Glanz und Glamour, aber noch mehr respektiert sie Mumm und Handwerk. Ein Point Guard, der nicht größer ist als viele seiner Gegenspieler, aber mit Ballkontrolle und Präzision an den gegnerischen Verteidigern vorbeivorbei, das ist eine Geschichte die hier zieht. Brunson war nie der Hype-Pick, nie das generationelle Talent in spe. Er war der Kerl den jeder übersehen hat, der im Draft fiel und der mit aller Kraft trainierte um zu beweisen dass die anderen unrecht hatten. Für DACH-Fans die die Knicks verfolgen wird das zur Hauptgeschichte dieser Saison: Ein vermeintlich limitierter Spieler, der systemisch arbeitet und präzise spielt, könnte New York das erste Meisterschaftsbanner seit fast 50 Jahren bringen. Das ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle NBA-Teams, die Brunson damals fallen ließen. Ein Beweis dafür, dass Tape-Studium und Analytik nicht alles sind, wenn Grit und Intelligenz im Spiel sind.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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