Die Cleveland Cavaliers stehen mit dem Rücken zur Wand. Nach zwei Niederlagen gegen die New York Knicks in den Eastern Conference Finals braucht es in Spiel 3 einen Sieg, sonst droht das Aus. Die Partie steigt Samstagabend um 20 Uhr ET auf ABC, und für Cleveland geht es um nicht weniger als die Rückkehr in diese Serie.
Die Knicks haben in den ersten beiden Spielen beeindruckend dominiert und dabei eine Neun-Spiele-Siegesserie in den Playoffs am Laufen. New York zählt zu nur 13 Teams in der NBA-Geschichte, denen so etwas in der Postseason gelungen ist. Cleveland hingegen hat noch kein Spiel gewonnen und muss die Probleme, die sich offenbart haben, schnell lösen.
Das größte Defizit: Die Cavaliers treffen ihre freien Würfe nicht. New York lässt sie zwar viele Dreier versuchen, aber die fallen einfach nicht rein. Dazu kommt ein Problem in der Defensive. Die Knicks haben Clevelands Pick-and-Roll-Spiel zwischen James Harden und Jarrett Allen regelmäßig zerstört. Das zwingt Evan Mobley ins Spiel, und hier offenbart sich ein tieferes Problem. Mobley muss deutlich aktiver in der Malerei werden, denn das ist mehr als nur ein einzelnes Spiel für ihn. Es ist die Frage, ob er in den wichtigen Momenten über seine komplementäre Rolle hinauswachsen kann.
Ein anderes Rätsel hat Cleveland noch nicht gelöst: Jalen Brunson. Der Knicks-Guard wirft im Durchschnitt 81 Pässe pro Partie ab, der höchste Wert unter allen Spielern der Conference Finals. Brunson hat in den beiden Siegen 16 potenzielle Assists pro Spiel verteilt. Er findet seine Schützen mit großer Präzision. Cleveland hat versucht, ihn aggressiv zu doppeln und zu trappen, aber Brunson entzieht sich aus diesen Situationen elegant und schafft seinen Mitspielern offene Würfe. Coach Kenny Atkinson muss eine neue Strategie finden, denn die bisherige geht nicht auf.
Auf dem Rebound haben die Knicks ebenfalls die Oberhand. In Spiel 2 holten sie 13 Offensiv-Rebounds zu nur 5 für Cleveland und generierten so Zweite-Chance-Punkte gegen ein Team, das ohnehin bereits komfortabel führte. Für die Cavaliers ist auch auffällig, dass sie in Spiel 2 deutlich häufiger an die Freiwurflinie kamen, aber trotzdem mit 16 Punkten verloren.
Donovan Mitchell ist Clevelands Hoffnungsträger. Der Scoring Guard hat bislang 27,5 Punkte pro Spiel bei 60 Prozent True Shooting gemacht. Das ist solide Effizienz, die oft übersehen wird, weil die Cavaliers verloren haben. In Spiel 2 wurde Mitchell aggressiver und holte neun Freiwürfe. Die Knicks haben sich stärker auf James Harden konzentriert und dessen Ballkontrolle und Passspiel eingeengt. Für Mitchell bedeutet das Chancen als Scorer.
Clevelands einzige wirkliche Waffe könnte die Heimatmosphäre sein. Mit dem Rücken zur Wand und einer lauten Crowd im Quicken Loans Arena könnte die Cavaliers-Offensive endlich wieder in Gang kommen. Alles andere führt zu Spiel 4 in New York, und von dort aus ist ein Comeback schwierig.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die den Cavs folgen, ist Mitchell der entscheidende Name für diese Serie. Seine Effizienz zeigt, dass Cleveland nicht chancenlos ist, aber die Quote spricht gegen sie. In Daily Fantasy sollten alle Knicks-Starter im Auge behalten werden, denn das tiefe Roster schafft Variance. Brunson über 6,5 Assists ist ein starker Betting-Pick, und Mitchells Scoring bleibt interessant, solange Cleveland noch im Spiel ist.