Der NFL, die Spielergewerkschaft der Liga und die Basketball-Spielervereinigung (NBPA) haben dem Kongress ihre Unterstützung für den Protect College Sports Act zugesagt. Die Statements kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da der Commerce Committee des Senats das Gesetz in dieser Woche in einem Markup-Prozess behandelt und danach abstimmen soll.
Die NFL betonte ihre Befürwortung des "freiwilligen Pooling von Medienrechten" unter dem Sports Broadcasting Act. Dieses Modell ermöglicht es, wie die NFL es mit ihren eigenen Spielen praktiziert, eine breite und fanfreundliche Verteilung von Inhalten zu schaffen. In ihrer schriftlichen Stellungnahme schrieb die NFL, dass "gesunde, stabile und florierende College-Athletik essentiell für die Zukunft des amerikanischen Sports" ist und dass das Gesetz "ein wichtiger Schritt" zu diesem Ziel darstellt.
Der von Senator Ted Cruz (R-Texas) und Senator Maria Cantwell (D-Washington) entworfene Gesetzentwurf würde der NCAA eine Antitrust-Exemption gewähren, um mehrere Regeln durchzusetzen, die vor Gericht angefochten wurden. Dazu gehören die Beschränkung von Transfers, die Regelung der Sportler-Berechtigung und das Verbot für Schulen, Trainer während der Saison abzuwerben.
Die Spielerverbände von NFL und NBA wiesen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme auf Schutzbestimmungen hin, die sie für notwendig erachten. Das Gesetz enthalte wichtige Regelungen zum Schutz von College-Athleten, einschließlich der Garantie von NIL-Rechten und der Bereitstellung von Gesundheits- und Krankenversicherungsleistungen. Beide Verbände ermutigten zu "kontinuierlicher aussagekräftiger Stakeholder-Beteiligung und Verhandlungen", um das Gesetz weiter zu stärken.
Für das Vorankommen des Gesetzes benötigt der Commerce Committee eine Mehrheit der Stimmen. Das bedeutet, dass 15 der insgesamt 28 Komiteemitglieder unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit zustimmen müssen. Der Committee hat 15 Republikaner und 13 Demokraten. Der Gesetzentwurf hat bereits Unterstützung von der Big 12 und der ACC erhalten. Allerdings veröffentlichten die Big Ten und die SEC Anfang des Monats eine Stellungnahme, in der sie die vorherige Fassung des Gesetzes ablehnten, da "kritische Fragen ungelöst" blieben. Besonders bemängelten sie, dass Staatsgesetze nicht "aussagekräftig" durch ein Bundesgesetz verdrängt würden.
Wie sich die zunehmende Unterstützung durch die NFL und die Spielerverbände auswirken wird, hängt nun vom Abstimmungsverhalten der Commerce Committee-Mitglieder ab. Der Gesetzentwurf könnte langfristig Auswirkungen auf die Struktur von College-Sports in den USA haben, was auch Auswirkungen auf internationale Talente haben könnte, die auf den College-Weg zum Draft gehen. Deutsche und europäische Spieler, die auf amerikanischen Colleges spielen, würden von stärkeren Schutzbestimmungen zu Gesundheit und NIL-Rechten profitieren. Für ballports-Leser ist besonders interessant, dass dieser legislative Prozess letztlich den Weg für mehr Transparenz im College-Football und Basketball schafft und damit auch für deutsche Fans die Möglichkeit verbessert, die Entwicklung europäischer Talente in den USA besser nachzuvollziehen.