Minnesota Vikings klären die Machtverhältnisse unter Teasley
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Minnesota Vikings klären die Machtverhältnisse unter Teasley

Die Minnesota Vikings haben einen neuen General Manager, aber die Frage, wer wirklich das Sagen hat, ließ sich nicht so einfach beantworten. Als die Organization Nolan Teasley am Mittwoch in Eagan vorstellte, mussten Journalisten Owner Mark Wilf mehrfach nachbohren zur internen Struktur. Das ist nicht ungewöhnlich bei den Vikings, die in den vergangenen Jahren unter chaotischen Führungsverhältnissen litten.

Wilf räumte ein, dass diese Klarheit notwendig ist. Die Vikings vermarkten sich zwar als Kollektiv mit gemeinsamer Verantwortung zwischen Teasley, Head Coach Kevin O'Connell und Rob Brzezinski als Executive Vice President of Football Operations. Aber am Ende muss jemand entscheiden. Wilf machte es unmissverständlich: Teasley trägt den Titel und die Verantwortung. Er hat das letzte Wort beim Roster und den 53 Spielern auf dem aktiven Kader. Gleichzeitig wird er sich aber stark auf O'Connell und Brzezinski abstützen, deren Erfahrung er braucht.

Die neue Struktur sieht vor, dass sowohl Teasley als auch O'Connell direkt dem Ownership berichten. Brzezinski, der als Interim-GM vier Monate lang den Job hatte und sich zweimal um die Stelle bewarb, berichtet an Teasley. Wilf betonte, dass die Zusammenarbeit unter diesen Führungspersonen entscheidend ist. "Wenn wir ein Strukturproblem haben, dann haben wir ein Problem," sagte er. Das ist eine klare Ansage, aber auch ein Seitenhieb auf die Vikings-Geschichte.

Die Wilf-Familie, bestehend aus Mark und seinem Bruder Zygi, hat 21 Jahre lang versucht, ein Konzept zu implementieren, das auf ihrer eigenen Immobilienfirma basiert: mehrere Experten, die zusammenarbeiten, bis sie die beste Lösung finden. Theoretisch klingt das gut. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass die dominant auftretende Persönlichkeit durchsetzt. So konnte Rick Spielman 2013 die Wilfs davon überzeugen, ihn zum GM zu befördern. Und so ist auch zu erklären, wie Kevin O'Connell während der vier Jahre unter Kwesi Adofo-Mensah immer mehr Einfluss auf den Aufbau des Rosters bekam, bis Adofo-Mensah im Januar gefeuert wurde.

Die Herausforderung für Teasley wird sein, diese Balance zu halten, während O'Connell ein Coach ist, der sich nicht aus dem Team-Building raushalten wird. Hinzu kommt Brzezinski, der zwar formal unter Teasley steht, aber gerade für den Interim-Job und die permanente Position kandidiert hat. Die Wilfs haben ihm danach signalisiert, dass er weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird, über seine klassischen Aufgaben bei Verträgen und Salary Cap hinaus. O'Connell nannte Brzezinski einen "pivotal part" der Organization, Teasley sprach vom "ultimate team player". Es wirkt wie ein Versuch, einen enttäuschten Kollegen zu halten, aber es dürfte auch genuine Anerkennung sein.

Ballports-Take: Für Beobachter der Vikings ist das die wichtigste Frage: Kann Teasley das Vertrauen der Wilfs in schwierigen Momenten bewahren, oder wird wieder eine Persönlichkeit die Show dominieren und andere verdrängen? Die Vikings brauchen endlich Stabilität im Front Office. Wenn Teasley, O'Connell und Brzezinski wirklich zusammenarbeiten, könnte das funktionieren. Wenn aber einer versucht, die anderen auszustechen, sind wir schnell wieder bei Chaos wie unter Adofo-Mensah. Das ist das eigentliche Risiko, nicht die formale Struktur.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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