Nick Bosa macht bei seiner Rückkehr von einem gerissenen ACL im rechten Knie Fortschritte. Der Defensive End der San Francisco 49ers ist diese Woche nicht im Volltraining der organisierten Teamaktivitäten dabei, sagte aber am Donnerstag erstmals öffentlich, dass ein Start zum Training Camp oder kurz danach realistisch ist, sofern es keine Rückschläge gibt.
Bosa zog sich die Verletzung am 21. September in einem Spiel gegen die Arizona Cardinals zu. Im Kontakt mit Tackle Kelvin Beachum wurde er von Guard Evan Brown zu Boden geworfen, sein Knie bog sich dabei in eine unnatürliche Position. Sofort war klar, dass etwas nicht stimmte. Coach Kyle Shanahan bestätigte die Diagnose am nächsten Tag: gerissenes vorderes Kreuzband, keine zusätzlichen Schäden an Meniskus oder anderen Bändern. Shanahan nannte es "das sauberste Kreuzbandriss, das man sich vorstellen kann."
Weil die Verletzung so früh in der Saison passierte und die Prognose günstig ausfiel, kalkulierten die 49ers schon lange mit einer Rückkehr Ende Juli oder früh im August. Das gibt Bosa Zeit, die Grundlagen zu legen, ohne zu übertreiben. "Ich bin schon ziemlich weit vorne dabei", sagte der DE am Donnerstag. "Ich bin auf dem Feld und mache viel, versuche aber, es langsam anzugehen. Ich neige dazu, mich zu beeilen." Sein Körper fühle sich "verdammt gut" an. Die Finger seien in 20 Jahren nie besser gewesen.
Bosa kennt diesen Weg bereits. Sein rechtes Kreuzband riss schon als High-School-Senior, sein linkes in Woche 2 der Saison 2020. Diese Erfahrung hilft ihm jetzt. Damals sei er "Vollgas" gefahren, jeden Meilenstein so hart wie möglich verfolgt. Das habe Komplikationen nach sich gezogen, die nicht nötig waren. Diesmal dosiert er bewusster: "Jetzt nehme ich es langsam an und habe Referenzen, auf die ich zurückblicken kann."
Doch nicht nur physisch gibt es Hürden. Die mentale Seite der Reha ist ebenso fordernd. Für Bosa traf das besonders zu, weil er vor der Verletzung richtig gut performte. In den ersten zwei Wochen der Saison hatte er acht Pressures, 15 Tackles und machte spielentscheidende Sacks in Siegen gegen Seattle und New Orleans. Die 49ers standen defensiv auf der Höhe, und Bosa war ein großer Grund dafür. Dann kam die Verletzung nach nur zwei Spielen.
"Das war hart", sagte Bosa offen. "Du willst einfach spielen, besonders wenn es so gut läuft für die Defense und für dich persönlich. Anfangs wolltest du nie wieder spielen, nie wieder deinen Körper so belasten. Aber langsam realisierst du, dass du dieses Spiel liebst und zurückwillst. Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich zurückkomme." Bosa ist nicht der einzige Defensive Lineman der 49ers, der mit Verletzungen kämpft. Mykel Williams, der erste Pick von San Francisco im Jahr 2025, riss sich sein rechtes Kreuzband im frühen November.
Ballports-Take: Für Fantasy-Spieler und Manager in der DACH-Region ist Bosas Statusupdate wichtig. Ein vollständiger DE mit seiner Wucht für das ganze Training Camp und die Preseason zu haben, könnte die 49ers-Defense neu beleben, die in der vergangenen Saison mit nur 20 Sacks eine historisch schwache Pass-Rush-Performance zeigte. Bosa selbst ist kein Fantasy-Spieler, aber sein Comeback bestimmt, wie aggressiv San Francisco defensiv spielen kann. Fans sollten seine Trainingscamp-Teilnahme ab Ende Juli genau verfolgen. Ein vollständig fitter Bosa ist ein Game-Changer für eine der Top-Franchises der Liga.