Tommy Tuberville hat sich die republikanische Nominierung für das Gouverneursamt in Alabama gesichert. Der ehemalige College-Football-Trainer und aktuelle US-Senator tritt damit in die nächste Phase seines politischen Aufstiegs ein. Tuberville war Headcoach an Auburn und drei weiteren großen College-Programmen, bevor er 2020 ins US-Senat gewählt wurde und beschloss, keine zweite Amtszeit anzustreben.
Seine Football-Karriere ist beeindruckend: Von 1999 bis 2008 führte Tuberville Auburn an und brachte die Tigers zu acht aufeinanderfolgenden Bowl-Auftritten sowie einer SEC Championship. Danach trainierte er noch an Ole Miss, Texas Tech und Cincinnati, bevor er 2016 aus dem Trainergeschäft ausstieg. Der Name Tuberville war damals im College Football fest verankert, eine Bekanntheit, die ihm später in der Politik half.
In Washington stand Tuberville der Trump-Bewegung nahe. Donald Trump endorste ihn bereits 2020 zur US-Senate-Wahl und unterstützt nun auch seine Kandidatur für das Gouverneursamt. "Tommy Tuberville hat meine vollständige und totale Unterstützung, um der nächste Gouverneur des großartigen Staates Alabama zu sein", schrieb Trump in den sozialen Medien. Diese prominente Rückendeckung war auch damals ein Faktor für Tubervilles Senatssieg gegen den Demokraten Doug Jones.
Jones könnte tatsächlich sein Gegner im November werden. Der ehemalige US-Senator war 2017 der letzte Demokrat, der in Alabama eine Wahl auf Staatsebene gewinnen konnte, dann verlor er 2020 gegen Tuberville. Sollte es zum Rematch kommen, wäre es eine Neuauflage eines bereits entschiedenen Duells.
In der primary gab es noch Widerstand von Ken McFeeters, der Tuberville vorwarf, nicht die siebenjährige Wohnsitzdauer im Staat zu erfüllen, die das Gesetz verlangt. Tuberville, ein Arkansaer von Geburt, behauptet, die Anforderung zu erfüllen. Die Alabama Republican Party wies McFeeters' Einspruch zurück und damit war die Hürde genommen.
Ballports-Take: Tuberville zeigt das klassische Szenario eines prominenten Trainers, der sein Profil in Politik umwandelt. Für Football-Fans ist das eine historische Reminiszenz: Coaches wie Bear Bryant hatten in Alabama Kultstatuts, Tuberville hat diesen Namen in ein Senatsamt umgemünzt. Die Nominierung für das Gouverneursamt ist der nächste Schritt. Für DACH-Fans, die Auburn oder die SEC verfolgen, ist Tuberville Teil der jüngeren Erfolgsgeschichte der Tigers, auch wenn seine politische Karriere mittlerweile seine sportliche in den Schatten stellt.