Die Washington Commanders ziehen John Riggins' Nummer 44 aus dem Verkehr. Der Hall of Famer wird damit der siebte Spieler in der Franchise-Geschichte, dessen Trikot in den Ruhestand geht. Die Ehrung findet am 8. November gegen die Los Angeles Rams statt, mehr als 40 Jahre nachdem Riggins einen der legendärsten Läufe in der Super-Bowl-Geschichte absolvierte.
Riggins spielte von 1976 bis 1985 für Washington und bleibt bis heute der erfolgreichste Rusher der Franchise-Historie mit 7.742 Yards. Seine 79 Rushing-Touchdowns sind 33 mehr als der nächstplatzierte Clinton Portis. Der Spieler mit dem Spitznahmen "The Diesel" war das Herzstück einer Offense, die Washington nach der Saison 1982 zum ersten Super-Bowl-Sieg führte.
In diesem Super Bowl XVII gegen Miami am 30. Januar 1983 spielte Riggins seine beste Partie: 166 Rushing-Yards, darunter ein entscheidender 43-Yard-Touchdown-Lauf auf Fourth-and-1 mit noch 10:10 Spielzeit auf der Uhr. Washington gewann 27:17. Riggins wurde Super Bowl MVP. In diesem Playoff-Run stellte er mit 610 Rushing-Yards einen NFL-Postseason-Rekord auf. Ein weiterer Meilenstein kam 1984: Mit 35 Jahren und drei Monaten wurde Riggins zum ältesten Spieler der NFL-Geschichte, der mehr als 1.000 Rushing-Yards in einer Saison erreichte.
Nach seiner aktiven Zeit bei Washington war die Beziehung zum Team angespannt. Riggins kritisierte den früheren Owner Dan Snyder öffentlich und lehnte auch den Namen "Commanders" ab. Als Josh Harris die Franchise 2023 übernahm, änderte sich das Klima. Riggins besuchte den Season Opener 2023, trainierte mit dem Team und baute die Brücke zurück auf.
In einem siebeneinhalbminütigen Video, das die Commanders zu seiner Nummer-Rückziehung produziert haben, sprach Riggins über seine Philosophie als Spieler. Er sah sich selbst als Entertainer, der die Fans mit seinem Spiel zum Lächeln bringen wollte. In einem Playoff-Spiel gegen Minnesota im zweiten Duell, das Washington 21:7 gewann, verließ er das Feld mit 185 Rushing-Yards und verbeugte sich vor der Menge. "Es war mir ungeheuer wichtig, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern", sagte Riggins. "Ich wollte ihre Zustimmung, das war das Wichtigste für mich."
Sieben Jahre nach seiner Karriere wurde Riggins in die Ring of Fame der Franchise aufgenommen. Damals erschien er in voller Uniform und verbeugte sich erneut vor den Fans. "Ich musste den Applaus noch einmal hören", sagte er seinem Teamkollegen Joe Theismann, der an demselben Tag geehrt wurde. Riggins wird die siebte Nummer, die in Washington aus dem Verkehr gezogen wird, neben Sammy Baugh (33), Bobby Mitchell (49), Sean Taylor (21), Darrell Green (28), Sonny Jurgensen (9) und Art Monk (81). 1992 kam Riggins in die Pro Football Hall of Fame.
Für deutsche Football-Fans ist Riggins eine historische Figur, die zeigt, warum Running Backs in der NFL mehr sind als nur Statistiken auf dem Papier. Ein großer Name mit Persönlichkeit, der die Fans begeistert und über Jahrzehnte in Erinnerung bleibt, hat es bis heute schwer. Dass Washington die Brücke zu Riggins jetzt wieder aufbaut und ihn mit diesem Tribut ehrt, unterstreicht auch, wie wichtig die Verbindung zwischen Team und legendären Spielern für eine Franchise ist. ballports-Fans können sich auf ein großes Spektakel am 8. November freuen.