Fünf Anwaltskanzleien sollen NFL-Gehirnerschütterungsfonds betrogen haben
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Fünf Anwaltskanzleien sollen NFL-Gehirnerschütterungsfonds betrogen haben

Fünf Anwaltskanzleien, die 98 NFL-Spieler vertreten, werden beschuldigt, den Gehirnerschütterungsfonds der NFL um mehr als 87 Millionen Dollar betrogen zu haben. Das geht aus einer Prüfung der beiden Sonderrichter David A. Hoffman und Jo-Ann M. Verrier hervor, deren 51-seitiger Bericht diese Woche veröffentlicht wurde. Die Anklage lautet: Die Kanzleien sollen mit einer Handvoll Ärzte zusammengearbeitet haben, um ungültige Parkinson-Diagnosen für Spieler zu beschaffen, die Entschädigungen aus dem Fonds einfordern wollten. Diese Spieler erhielten dann starke Medikamente, die Symptome unterdrücken, bevor sie von Ärzten untersucht wurden, die vom Fondsverwaltungsteam genehmigt sind.

Hoffman und Verrier erklären in ihrem Bericht, dass die mit dem Fonds verbundenen Ärzte dazu neigten, externe Diagnosen ohne sichtbare Symptome zu akzeptieren. Besonders pikant: Spieler kamen zu den Untersuchungen, nachdem sie bereits Medikamente wie Levodopa verschrieben bekommen hatten. Die Ärzte standen dann vor einem Patienten, der gesund aussah, aber externe Unterlagen über frühere Beschwerden und ein aktives Rezept mitbrachte, das diese anscheinend verborgen hatte. In solchen Fällen verließen sie sich auf die Papiere.

Die fünf beschuldigten Kanzleien sind Douglas Grossinger, Feder Law LLC, Pro Athlete Law Firm P.A., Syme Law PLLC und Reppert Oates & Vytell LLC. Sie lehnten Stellungnahmen ab oder reagierten nicht auf Anfragen. Die NFL, die aus ihrem unkappen Siedlungsfonds bereits mehr als 1,5 Milliarden Dollar an ehemalige Spieler ausgezahlt hat, äußerte sich erleichtert. Sprecherin Brian McCarthy erklärte, die Liga sei "erfreut" über die Entscheidung der Sonderrichter, die ausstehende Ansprüche von Spielern ablehnen soll, die von den beschuldigten Anwälten vertreten oder von acht genannten Ärzten untersucht wurden. McCarthy betonte auch, dass die Sonderrichter eine Überarbeitung des Parkinson-Diagnoseverfahrens forderten.

Der Fonds entstand aus einer Klage ehemaliger Spieler gegen die NFL, in der sie dem Konzern vorwarfen, nicht angemessen auf die wachsenden Erkenntnisse über die Gefahren von Gehirnerschütterungen reagiert zu haben. Seit Jahren beschweren sich pensionierte Spieler und ihre Vertreter über den zähen Überprüfungsprozess und die engen Kriterien für Entschädigungen. 2021 musste die NFL nach einer Klage zweier ehemaliger Spieler das sogenannte Race-Norming bei kognitiven Tests beenden, ein Verfahren das es schwarzen Spielern schwerer machte, ihren kognitiven Abbau nachzuweisen.

Dass die Sonderrichter ihre Erkenntnisse an Bundesbehörden weitergeben könnten, haben sie angedeutet. Dies ist jedoch weder eine strafrechtliche Anklage noch das Ergebnis einer Ermittlung durch Strafverfolgungsbehörden. Sonderrichter Hoffman, Rechtsprofessor an der University of Pennsylvania, hat sich bereits früher mit Betrugsfällen im Fonds befasst. 2021 wies er nach, dass eine Anwaltskanzlei aus Florida Ärzte beeinflusst und medizinische Unterlagen gefälscht hatte.

Der Fall offenbart ein grundsätzliches Vertrauensproblem im Entschädigungssystem. Während die NFL behauptet, dass ein transparenterer Prozess zukünftigen Missbrauch verhindert, bleibt offen, inwieweit die beschuldigten Kanzleien und Ärzte tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden. Für deutsche Fans, die die NFL verfolgen, zeigt sich hier eine unbequeme Seite der Liga: Ein System, das einerseits Millionen auszahlt, andererseits aber anfällig für Manipulation ist. ballports wird die weitere Entwicklung dieser Ermittlungen beobachten.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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