Marina Mabrey hat am Freitag in Uncasville eine Karriernacht hingelegt. Die Guard der Toronto Tempo traf 37 Punkte und band damit neun Dreier, so viele wie noch nie eine Spielerin an einem WNBA-Spieltag. Besonders beeindruckend war ihre vierte Quarter, in der sie allein 21 ihrer Punkte erzielte und damit den Grundstein für das bemerkenswerteste Comeback des Abends legte.
Die Connecticut Sun schien das Spiel lange kontrollt zu haben. Nach zwei Vierteln führten die Gastgeber mit 50:37, eine komfortable 13-Punkte-Polster. Aber die Tempo ließen sich davon nicht beeindrucken. Im zweiten Durchgang drehten die Torontoer den Spieß um und outscorten Connecticut mit 64:47 Punkten in den restlichen 24 Minuten. Am Ende hieß es 101:97 für die Gäste.
Mabrey war bei diesem Comeback nicht allein. Temi Fagbenle schoss 8 von 9 Würfen und steuerte 19 Punkte mit neun Rebounds bei. Maria Conde kam von der Bank und traf ebenfalls 19 Punkte, holte sich zudem sechs Bretter. Damit hatte Toronto drei Spielerinnen mit mindestens 19 Punkten in den letzten zwei Vierteln, was den Unterschied ausmachte.
Für Connecticut war es eine bittere Niederlage. Kennedy Burke war mit 18 Punkten von der Bank beste Scorerin der Sun. Leila Lacan und Brittney Griner trafen je 16 Punkte, Olivia Nelson-Ododa 13. Das Ergebnis ist bereits die siebte Niederlage in Folge für Connecticut. Toronto hingegen schnappte sich mit diesem Sieg den Schwung zurück und beendete damit eine dreispieltige Niederlagenserie.
Das Expansion-Team Toronto zeigt, dass es auch unter Druck bestehen kann. Mit einer Spielerin wie Mabrey, die in entscheidenden Momenten einfach trifft, haben die Tempo eine wichtige Waffe im Kader. Solche Comeback-Siege sind in der WNBA selten, weil die Ausgeglichenheit der Liga groß ist. Das Vertrauen in die eigene Kraft, auch einen 16-Punkte-Rückstand aufzuholen, spricht für die mentale Stärke dieses Teams. Deutsche Fans sollten diesen Namen behalten: Marina Mabrey ist eine Spielerin, die sich in kritischen Spielen hervortut.