Die Indianapolis Colts stehen vor einer der größten Personalplanungen ihrer Geschichte. Gleich drei Franchise-Spieler gehen 2026 in die finalen Jahre ihrer Verträge: Running Back Jonathan Taylor, Guard Quenton Nelson und Defensive Tackle DeForest Buckner. Zusammen haben die drei bereits 277,9 Millionen Dollar verdient, nun müssen die Colts entscheiden, wie es weitergehen soll.
Jonathan Taylor prägt das Colts-Angebot wie kaum ein anderer. Der 27-jährige Running Back hat sich nach zwei verletzungsreichen Jahren eindrucksvoll zurückgemeldet. 2024 lief er für 1.431 Yards, 2025 für 1.585 Yards und erzielte dabei ligaweit 18 Rushing Touchdowns. Das sind Zahlen, auf die sich jeder verlass kann. Doch mit Taylor kommt auch Belastung: Er führt die NFL zweimal in Rushing Attempts an, Shane Steichen setzt ihn konsequent ein. Der Colts-Coach sagte jüngst: "Es ist schwer, ihn vom Platz zu nehmen, wenn er so gut läuft." Das ist das Dilemma. Taylor trägt eine schwere Last, was sein Verletzungsrisiko erhöht. Gleichzeitig hat der RB keine guten Erfahrungen mit Verlängerungsverhandlungen gemacht. 2023 kam es zu einem wochenlangen Streit mit den Colts, Taylor saß im Training Camp und zunächst auch im Spiel mit einem Knöchelprobleme aus. Erst nach einer Einigung spielte er ab Week 5. Diese Geschichte könnte sich wiederholen. Taylor möchte seinen Deal verlängern, bevor der aktuelle ausläuft. Sein Agens wird hart verhandeln, besonders nach den jüngsten Marktbewegungen: Saquon Barkley verdient durchschnittlich 20,6 Millionen pro Jahr bei den Eagles, De'Von Achane von den Dolphins bekommt 16 Millionen. Taylors aktueller Vertrag durchschnittlich nur 14 Millionen.
Quenton Nelson sitzt schon länger auf hohem Niveau. Der 30-jährige Guard gehört zu den besten Offensiv-Linemen der Liga. Achtmal Pro Bowl, dreimal First-Team All-Pro in seinen ersten drei Saisons, dreimal Second-Team All-Pro danach. Von 133 möglichen Spielen hat er nur vier verpasst. 2022 machten die Colts Nelson zum bestbezahlten Guard der NFL-Geschichte mit einer vierjährigen Extension. Die Colts ließen ihn damals gar nicht erst in die Free Agency gehen. Die Frage für 2026 lautet: Werden sie das wieder tun?
Dass alle drei Spieler gleichzeitig in Vertragssituation sind, ist für die Colts ein seltenes Managementproblem. Jeder der drei hat etabliert, dass er elite ist, jeder hat auf seine Art Ansprüche. Die Franchise muss auswählen, wen sie mit neuem Geld bindet und wie sie die Salary Cap im Auge behält.
Für DACH-Football-Fans ist die Situation interessant, weil sie zeigt, wie NFL-Teams mit ihren besten Spielern jonglieren müssen. Es geht nicht nur um Leistung auf dem Feld, sondern auch um Marktdynamiken, Verletzungshistorien und die Bereitschaft von Spielern, Verhandlungen notfalls öffentlich auszutragen. Taylor wird 2026 genau beobachtet werden, nicht nur auf dem Rasen, sondern auch beim Showdown um seinen neuen Vertrag.