De'Aaron Fox findet seine Ruhe bei den Spurs
← NewsNBA

De'Aaron Fox findet seine Ruhe bei den Spurs

Es ist nach Mitternacht in der Kabine der San Antonio Spurs, und De'Aaron Fox zieht sich gerade um. Das Team hat gerade Game 3 gegen die Minnesota Timberwolves in den Conference Semifinals gewonnen, und die meisten seiner Mitspieler bereiten sich auf ein optionales Teamdinner vor. Fox aber zieht die Leine. Mit 28 Jahren ist er der "alte Mann" in dieser jungen Mannschaft, und er weiß, was er braucht. Es ist bereits 12:30 Uhr nachts. Das Dinner fällt aus. Brunch morgen, sagt er, das würde besser passen.

Fox ist ein Mann der Routine. Ein, zwei, vielleicht drei Optionen für jeden Tag, und davon weicht er kaum ab. Das hat er sich in neun NBA-Saisons angewöhnt. Die Stabilität außerhalb des Platzes, sagt er, ist das Fundament für seinen konsistenten Auftritt auf ihm. Wenn die Würfe nicht fallen, verfällt er nicht in Aktionismus. Wenn sie fallen, ändert sich sein Spiel nicht. Er bleibt steady, durch alles hindurch. Diese mentale Konstanz braucht er jetzt mehr denn je, denn er spielt mit einer Verletzung. Seit Game 4 gegen die Timberwolves am 10. Mai plagt ihn eine Zerrung im rechten Sprunggelenk.

Fox musste sich diese Haltung hart erarbeiten. Mehr als ein Jahr ist es her, dass die Sacramento Kings ihn tradeten. Acht Saisons lang war er dort Franchise-Star, der Ball-dominante Anker einer ganzen Mannschaft. Dann kam der Trade zu den Spurs. Plötzlich spielte er neben Victor Wembanyama, dem Zukunftsgesicht der NBA. Fox musste sich unterordnen, seine Rolle neu definieren. Anfangs dachte er, er könne einfach "in line fallen", wie er sagt. Aber die Spurs wollten mehr von ihm. "Dann sagt jeder: Nein, du bist du selbst. Also mache ich das manchmal. Manchmal will ich aber auch sicherstellen, dass alle den Ball anfassen, dass es allen gut geht, dass sich jeder wohlfühlt."

Aus diesem Spannungsfeld heraus ist Fox zu einer Schlüsselfigur in den Playoffs geworden. Die Spurs stehen der großen Herausforderung gegenüber, und die ist imposant: Es geht gegen den amtierenden Champion Oklahoma City Thunder. Das ist kein normaler Gegner. Die Serie ist ausgeglichen, 2:2 nach vier Spielen. Game 5 steht bevor, Dienstagabend, 8:30 Uhr ET, auf NBC. Der Spurs brauchen genau das, was Fox mitbringt: Konstanz, Führungsqualität und eine Gelassenheit, die nicht hergestellt werden kann, sondern gelebt sein muss.

Auf diesem Weg steht ihm jemand zur Seite, der sein Leben ähnlich durchstrukturiert wie er selbst. Seine Frau Recee ist aufgewachsen in San Antonio, kam mit zehn Jahren dorthin. Sie war McDonald's All American wie er, spielte College-Basketball an der UCLA, Texas Tech und Berkeley. Sie trainierte sogar mit den Seattle Storm in der WNBA, arbeitete als Player Development Coach für die Washington Wizards und die Golden State Warriors. Sie und De'Aaron kennen sich im Basketball besser als die meisten Paare sich kennen im Leben.

Wenn Fox einen Freiwurf verfehlt, erkennen die Spurs-Spieler häufig nicht seinen Kommentar, aber den ihrer Ehefrau. "Elbow up", sagt sie dann, und Fox wiederholt es lachend. "Ellbogen über Auge. Wenn der Ellbogen über dem Auge ist, ist die Flugkurve besser." Recee demonstriert sogar, auf welchen Fingern er abwerfen sollte, wenn er links oder rechts verfehlt. Sie gibt ihm ihre volle Aufmerksamkeit bei den Freiwürfen, während sie sich ansonsten bewusst aus den Spielen heraushält. Es ist eine Form von Unterstützung, die zu keinem Zeitpunkt aufdringlich wirkt, sondern wie eine zweite Stimme in seinem Kopf, die immer die richtige Korrektur parat hat.

Ballports-Take: Fox ist für die Spurs der stille Motor zwischen der Jungstar-Energie um Wembanyama und der Championship-Erfahrung, die sie brauchen. Sein Umgang mit der Rolle, der Verletzung und der Transition macht ihn zum Blueprint für erfahrene Stars, die in neue Systeme kommen. Für deutsche Basketball-Fans interessant: Recees Weg durch mehrere College-Teams und ihre internationale Erfahrung zeigen, wie wichtig die mentale Vorbereitung auf Übergänge ist. Das sind keine großen Explosionen, sondern Konsistenz, die Serien entscheidet.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
← Alle News