Todd Monken, Trainer der Cleveland Browns, hat sich deutlich gegen einen Draft von Texas Tech Quarterback Brendan Sorsby ausgesprochen. Sorsby sitzt in einer prekären Lage: Die NCAA hat ihn wegen illegaler Wetten auf College- und Profisport für ineligibel erklärt. Der Quarterback platzierte während seiner Karriere Tausende von Wetten, darunter auch auf sein eigenes Team. Seine Anwälte beantragten eine einstweilige Verfügung beim Gericht, um ihm die Teilnahme an der College-Saison 2026 zu ermöglichen. Die Entscheidung soll bis 15. Juni fallen, damit Sorsby rechtzeitig zur Anmeldungsfrist für den NFL Supplemental Draft am 22. Juni weiß, woran er ist.
Monken machte seine Skepsis gegenüber einem Sorsby-Pick unmissverständlich klar. Eine Verpflichtung wäre für ihn ein zu großes Risiko, unabhängig von Sorsbys Talent. Der Coach argumentierte, dass man nicht auf einen Franchise Quarterback hoffen könne, der möglicherweise nie wieder in der NFL spielen darf. Er verwies auch auf andere Sportarten, in denen Spieler wegen Wett-Skandalen lebenslang gesperrt wurden. GM Andrew Berry äußerte sich allerdings gemäßigter und signalisierte, dass die Browns wie jedes Jahr Scouts auf alle Prospects ansetzen und dann eine Entscheidung für die Organisation treffen werden.
Sorsby war vor dem Wett-Skandal einer der gefragtesten Transfer-Kandidaten des College Football. ESPN hatte ihn im Januar als Nummer-1-Transfer-Prospect gelistet. In vier Seasons an der University of Cincinnati und Indiana warf er 7.208 Yards und erzielte 82 Touchdowns in der Summe.
Ballports-Take: Für deutsche Fans ist dieser Fall ein warnendes Beispiel für die ethischen Standards der NFL. Während Sorsby zweifellos ein talentierter Quarterback ist, zeigt Monkens klare Position, dass auch die besten Athleten nicht vor Konsequenzen gefeit sind. Die Browns haben mit Deshaun Watson und anderen QBs Erfahrung mit Kontroversen gemacht, wollen diesen Weg aber offenbar nicht wiederholen. Ob Sorsby tatsächlich im Supplemental Draft landet, hängt jetzt vom Gerichtsurteil ab. Wer die Browns folgt, sollte diese Entwicklung beobachten, denn sie zeigt, wie ernsthafte die Liga disziplinäre Grenzen zieht.