Weniger als die Hälfte der WNBA-Spielerinnen wählte All-Star-Starter
← NewsNBA

Weniger als die Hälfte der WNBA-Spielerinnen wählte All-Star-Starter

Knapp 85 von etwa 180 WNBA-Spielerinnen haben ihre Stimmzettel für die All-Star-Game-Starter abgegeben. Das sind weniger als 50 Prozent des gesamten Kaders. Bei der Abstimmung zählten Fans zu 50 Prozent, während aktuelle Spielerinnen und ein Media-Panel je 25 Prozent beisteuerten.

Die niedrige Beteiligung der Spielerinnen hatte teilweise organisatorische Gründe. Mehrere Spielerinnen der Los Angeles Sparks erhielten ihre Wahlzettels überhaupt nicht, obwohl die Teams für die Verteilung verantwortlich sind. Der Klub gab gegenüber ESPN zu, dass einige Spielerinnen die per E-Mail versendeten Ballots nicht erhalten oder nicht rechtzeitig davon erfahren hatten. Die Sparks kündigten an, den Prozess in Zukunft robuster gestalten zu wollen.

Die unterschiedlichen Abstimmungsgruppen führten zu teils erheblichen Diskrepanzen bei den Rankings. Sparks-Star Kelsey Plum, Ligasekunderin bei der Punktequote und verletzungsbedingt auf nur 12 Spiele limitiert, rangierte bei den Spielerinnen nur auf Platz 12 unter den Guards, bei den Fans aber auf Platz 6 und im Media-Ranking auf Platz 5. Ihre Teamkollegin Nneka Ogwumike landete in der Spielerinnen-Abstimmung auf Platz 7 der Frontcourt-Spielerinnen, bei Fans auf Platz 8 und in den Media-Rankings auf Platz 10.

Indiana-Guard Caitlin Clark zeigt das Muster besonders deutlich: Mit 21,2 Punkten pro Spiel war sie bei den Spielerinnen nur Elfte, bei den Fans aber Zweite und im Media-Ranking Dritte. Torontos Marina Mabrey wiederum erzielte identische 21,2 Punkte pro Spiel, rangierte aber bei den Spielerinnen auf Platz 4, während Fans sie nur auf Platz 12 sahen und Media-Vertreter sie auf Platz 6 wählten. Spielerinnen tendieren offenbar dazu, ihre Stimmen gezielt für Teamkameradinnen und befreundete Kolleginnen aus der Liga abzugeben.

Die angekündigten All-Star-Starter sind Aliyah Boston, Paige Bueckers, Caitlin Clark, Natasha Howard, Olivia Miles, Kelsey Mitchell, Jessica Shepard, Breanna Stewart, Gabby Williams und A'ja Wilson. Die Trainer wählen am kommenden Dienstag die zwölf Reservisten aus. Das All-Star Game findet am 25. Juli in Chicagos United Center statt.

Für deutsche Basketball-Fans mit Interesse an der WNBA zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem: Wer die beste Spielweise einer Liga wirklich verstehen will, sollte nicht nur auf Fan-Votes vertrauen. Caitlin Clarks Beispiel verdeutlicht, wie Popularität und Voting-Hype die Realität verzerren können. Im Gegensatz dazu bewerten Spielerinnen, die täglich gegen diese Konkurrenz antreten, offenbar nach anderen Kriterien. Für Fantasy-Basketball-Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ist die Message klar: Die All-Star-Selection ist ein Mix aus verdientem Rang, Publikumszuspruch und Teamloyal-Effekten, nicht das reine Ranking der besten Performer.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
← Alle News