Die Braunschweig Lions haben die Saarland Hurricanes am Sonntag mit 50:17 deutlich bezwungen. Dabei zeigte sich ein Spiel zweier völlig unterschiedlicher Hälften. Die Gäste aus dem Saarland begannen überraschend stark und erarbeiteten sich früh Feldposition. Antonio Buhrfiend brachte die Hurricanes sogar mit einem Field Goal in Führung. Doch die Vorahnung trügte. Kurz vor Ende des ersten Viertels schlossen die Lions mit einem gut durchdachten Spielzug zum 7:3 ab und übernahmen damit die Kontrolle.
Von diesem Punkt an war die Partie praktisch entschieden. Braunschweig nutzte fortwährend die Fehler der Saarländer Defense aus. Ryon Thomas steuerte einen starken Lauf bei, die Gäste warfen gleich zwei Interceptions und verloren den Ball mehrfach. Innerhalb weniger Minuten bauten die Lions eine 27:3-Führung auf. Die Hurricanes wurden förmlich überrollt. Erst Joshua Youngblood sorgte mit seinem ersten Touchdown für etwas Erleichterung und reduzierte auf 27:10. Doch unmittelbar danach wurde der Kickoff in der Hurricanes Endzone zur Rückkehr verwandelt und machte aus einem möglichen Momentum wieder 34:10.
Bis zur Halbzeit verlief kaum etwas nach Plan für Saarland. Braunschweig spielte seine Überlegenheit rücksichtslos aus und erhöhte vor der Pause auf 41:10. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht grundlegend. Gabriel Cunningham und Joshua Youngblood versuchten zwar, der Offense Leben einzuhauchen und mehrere Male große Raumgewinne zu erzielen. Youngblood schaffte auch seinen zweiten Touchdown und verkürzte auf 44:17. Doch Braunschweig antwortete jedes Mal.
Im vierten Viertel spielte sich das Drama nicht mehr ab. Die Lions bauten mit zusätzlichen Field Goals ihre Führung auf 47:17 aus und später auf das Endstand von 50:17 aus. Die Hurricanes Defense konnte zwar noch einzelne Angriffe stoppen, es war aber längst ein Spiel ohne echte Spannung geworden. Braunschweig zeigte über weite Strecken, warum es in dieser Saison zu den stärksten Teams der Liga gehört.
Für die Hurricanes war es eine Lehrstunde in Sachen Disziplin und Fehlerfreies Spiel. Wer gegen Top-Teams wie die Lions antreten will, kann sich keine Interceptions und Ballverluste leisten. Saarland zeigte in Ansätzen, dass die Offense mit Spielern wie Youngblood Potenzial hat. Aber die Defense war schlicht nicht auf Augenhöhe und bügelte Fehler nicht schnell genug aus. Braunschweig hingegen bestätigte die Vorschusslorbeeren und setzte die Hurricanes in dieser Partie konsequent unter Druck. Das war keine Überraschung, sondern die zu erwartende Reaktion eines Spitzenteams auf ein noch nicht ganz etabliertes Gegenwehr.