Nach der schmerzhaften Heimniederlage gegen Dresden wollten die Potsdam Royals ein Zeichen setzen. Gegen die Berlin Rebels gelang ihnen das eindrucksvoll. Der amtierende GFL Bowl Champion zeigte sich von Beginn an konzentriert und überlegen, am Ende stand ein 55:7 Heimsieg zu Buche.
Schon im ersten Drive deutete sich an, dass die Royals mit klarem Kopf ins Spiel gingen. Eine frühe Interception durch Devin Hembry ermöglichte Quarterback Xeaiver Bullock einen 71 Yard Touchdown Pass auf Milan Spiller. Wenig später leisteten sich die Rebels einen Holding in der eigenen Endzone. Max Menache stopte Berlins QB Tyquell Fields im Endzone zum Safety. Nach dem ersten Spielzug einer neuen Serie führte Potsdam bereits 10:0.
Die Potsdamer Offense fand ihren Rhythmus und spielte nahezu fehlerfrei. Bullock warf seinen zweiten Touchdown auf Maximilian McLeod, dann fing Aashari Crosswell einen Ball von Fields ab und returnete ihn 22 Yards in die Endzone. Nach dem ersten Viertel zeigte die Anzeigetafel bereits 26:0 für die Gastgeber.
Berlin kam noch vor der Halbzeit durch einen QB Sneak von Fields auf 26:7 heran, danach dominierte die Potsdamer Defense das Spielfeld völlig. Fields warf insgesamt drei Interceptions, hinzu kamen ein Safety und mehrere Sacks. Am Ende gelang den Rebels nur 159 Offense Yards, während Potsdam fast dreimal so viel Raumgewinn erzielte.
Nach der Pause spielte sich Bullocks Offense endgültig in einen Rausch. Der QB warf drei weitere Touchdown Pässe. Erst fand er McLeod über 33 Yards, dann Corey Jeeves aus sechs Yards. Den Höhepunkt lieferte ein 99 Yard Touchdown Pass auf McLeod, der die Partie endgültig entschied. Im Schlussviertel durfte auch Backup QB Moritz Pharrell Richter antreten und warf direkt einen Touchdown auf Glenn Devin Knospe zum 55:7 Endstand.
Bullock verließ das Feld mit 364 Passing Yards und fünf Touchdown Pässen. McLeod fing acht Bälle für 223 Yards und drei Touchdowns. Milan Spiller kam auf vier Catches für 110 Yards und einen Touchdown. Die Gesamtbilanz der Potsdamer Offense: 496 Yards und sieben Touchdowns. McLeod wurde von den Fans zum MVP des Spiels gewählt.
Damit bleiben die Royals mit sechs Siegen aus sieben Spielen direkter Verfolger der ungeschlagenen Dresden Monarchs. Die Art und Weise, wie Potsdam nach der bitteren Niederlage zurückschlug, war eine Mitteilung an die gesamte Liga. Die Offense explosiv, die Defense dominant, die mentale Reaktion vorbildlich. Das ist der Potsdam Football, auf den die Konkurrenz in der Nordgruppe achten muss.
Die Royals haben mit diesem Sieg gezeigt, dass die Niederlage gegen Dresden kein Wesensmerkmal ihrer Saison ist, sondern eine Ausnahme. Wenn Bullock seine Receiver trifft und die Defense Turnover erzwingt wie gegen Berlin, sind die Potsdamer in der GFL das Maßstab setzende Team. Der Derby-Auftritt war nicht nur ein klarer Sieg, sondern auch eine Bestätigung, dass das Team um Chrisman Kyei und Maximilian McLeod auf Kurs für die Meisterschaft fährt. Mit dieser Form können die Royals jeden schlagen.