Declan Doyle bringt Tempo in Baltimores Offense
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Declan Doyle bringt Tempo in Baltimores Offense

Seit Januar arbeitet Declan Doyle als neuer Offensive Coordinator der Baltimore Ravens. In den Offseason-Workouts im Frühjahr zeigt sich schnell: Dieser Mann hat ein Problem mit Bremsen. Zay Flowers, der Pro Bowl Wide Receiver der Ravens, musste seinen neuen Coach mehrfach bremsen. "Ich sagte dann: Hey Coach, chill mal, chill", erzählte Flowers. Doyle arbeitet mit enormer Geschwindigkeit, wirft Spielzug um Spielzug auf die Ravens zu, testet wie viel Lamar Jackson und die anderen aufnehmen können. Der 30-Jährige ist nicht irgendwer: Mit 29 Jahren wurde er der jüngste Offensive Coordinator der NFL, als Jesse Minter ihn anstellte. Er ist nur zehn Monate älter als sein Quarterback Jackson.

Aber das Alter ist Nebensache. Im Team sprechen sie über Doyles Football-Wissen in ehrfürchtigen Tönen. Flowers nennt ihn "ein Genie". Defensive Coordinator Anthony Weaver vergleicht ihn mit "einem menschlichen Computer". "Wenn er anfängt, offensive Konzepte und Spielzüge aus seiner Vergangenheit herauszurattern, ist das wie ein Rolodex aus Spielen in seinem Kopf", sagte Weaver. "Fast wie ein fotografisches Gedächtnis. Ich freue mich auf alles, was er mit unserer Offense hinbekommen wird."

Doyle übernimmt eine Offense, die in der vergangenen Saison abstieg. Baltimore rutschte auf Platz 16 bei den Gesamtyard ab, beim Scoring auf Platz 11. Dabei hatten die Ravens 2019 noch die beste Scoring-Offense der Liga. 2024 waren sie Spitze bei den Yards. Das war die Ära von Todd Monken, die endete. Jackson und die Offense waren nicht auf einer Wellenlänge. Spieler beschwerten sich intern über zu wenige Zielspiele. Mit durchschnittlich 332,2 Yards pro Spiel war es Jacksons schlechteste Saison in acht NFL-Jahren.

Doyle hat konkrete Erfolge vorzuweisen. Letztes Jahr in Chicago half er als Offensive Coordinator, die Bears-Offense umzukrempeln. Sie kletterte von Platz 32 bei den Yards 2024 auf Platz 6 in dieser Saison. Quarterback Caleb Williams warfen unter Doyles System 28 Passes mindestens 20 Yards weit, das war Platz fünf in der Liga. Explosive Plays sind sein Markenzeichen.

Doyle lernte bei Top-Trainern. Er arbeitete unter Sean Payton in New Orleans und Denver, danach unter Ben Johnson in Chicago. Das machte ihn bewusst schnell. Er könnte die Offense langsamer einbauen, räumt er ein. Aber das Gegenteil ist seine Philosophie: "Wachstum passiert jenseits von Stress. Wir müssen die Spieler stressen. Wir müssen herausfinden, was sie verkraften, weil wir sehen wollen, wie schwer wir zu verteidigen sind." Jackson gefällt das bisherige Ergebnis. "Es läuft smooth. Ich liebe es", sagte der Quarterback. "Ich weiß, was der Coach denkt, wenn er seinen Spielzug aufruft."

Ein neuer Aspekt für Doyle: Er wird zum ersten Mal die Spiele aufrufen, nicht nur als Coordinator fungieren. Wo er positioniert sein wird, hat er noch nicht entschieden. Während der Preseason wird er testen, ob er in der Coaches Box oder an der Sideline besser arbeitet. Sein Spielsystem aber ist schon längst fertig im Kopf.

Ballports-Take: Für deutsche Fans, die die Ravens verfolgen, ist das eine Atempause nach einer frustrierenden Saison. Doyle könnte Jackson wieder das geben, das er brauchte: ein System, das explosive Plays maximiert und den QB in Echtzeit mitdenken lässt. Der Mann hat keine Scheu, die beste Offense der Liga zu bauen. Die Frage ist nur: Wie schnell lernt Baltimore seine Lektionen? In der Preseason sollte sich zeigen, ob Doyles Crash-Kurs funktioniert oder ob die Ravens zu viel auf einmal verdauen.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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