Baker Mayfield hat die Buccaneers in die Schranken gewiesen. Der Quarterback der Tampa Bay Buccaneers machte in dieser Offseason zum ersten Mal öffentlich klar, dass die Vertragsgespräche mit dem Team deutlich hinter seinen Erwartungen zurückbleiben. Mayfield und sein Agent Tom Mills haben dem Management ein Ultimatum gestellt: Bis zum Trainingslager-Start Ende Juli muss ein neuer Deal auf dem Tisch liegen. Danach, so Mayfield, konzentriert er sich komplett aufs Footballspielen. "Sobald das Trainingslager anfängt, machen wir kein Vertragszeugs mehr. Dann ist Schluss damit", sagte der 29-Jährige deutlich.
Mayfield befindet sich im dritten Jahr eines Drei-Jahres-Vertrags, den er 2024 unterschrieb. Mit durchschnittlich 33,33 Millionen Dollar pro Saison liegt er nur auf Platz 16 der Liga bei der Quarterback-Bezahlung. Zum Vergleich: Sam Darnold, der gerade mit den Chiefs den Super Bowl gewonnen hat, verdient 33,5 Millionen. Mayfield möchte sich hingegen langfristig absichern. Er betonte aber auch, dass er sich in Tampa eingelebt hat, mit seiner Frau Emily zwei Kinder hat und Wurzeln in der Community geschlagen hat. Das Paar engagiert sich in der Stadt, unterstützt lokale Windel-Programme, Schulen und vergibt College-Stipendien.
Für Mayfield wird die Offseason noch aus einem anderen Grund zur Geduldsprobe. Sein wichtigster Receiver Mike Evans, der Franchise-Rekordhalter bei Touchdowns, verließ die Buccaneers und unterschrieb bei den San Francisco 49ers. Nach 12 Jahren in Tampa hätte Mayfield erwartet, dass Evans sein ganzes Leben lang ein Buc bleibt. "Man kann das nicht beschönigen, es ist enttäuschend, ihn nicht zurück zu haben", sagte Mayfield. Die Nachricht verdross ihn so sehr, dass er Teammate Chris Godwin eine Textnachricht mit einem traurigen Emoji schickte.
Allerdings sieht Mayfield in Evans' Abgang auch eine Chance für Godwin, der in sein zehntes Jahr als Buc geht. Der dritte Draft-Pick von 2017 ist nun der Anführer im Receiver-Room. Mayfield freut sich auch auf die Entwicklung von Jalen McMillan, Emeka Egbuka und Tez Johnson, die alle in der kommenden Saison eine größere Rolle spielen sollen. Trotz aller Veränderungen im Team versicherte Mayfield, dass seine Priorität unverändert bleibt: einen Super Bowl gewinnen. "Alles andere wird sich von selbst regeln", sagte er.
Ballports-Take: Mayfields klare Ansage ist typisch für einen Quarterback, der weiß, dass er in Tampa angekommen ist und sich nicht abspeisen lässt. Für deutsche Fans, die den Buccaneers folgen, wird interessant, wie die Verhandlungen ausgehen. Ein unglücklicher Mayfield vor der Saison wäre schlecht für das Team. Mit Evans weg und neuen Receivern müsste die Offensive einen Schritt machen, was schwerer wird, wenn der QB mit dem Management hadert. Das Ultimatum bis Trainingslager-Start ist clever: Mayfield signalisiert Ernsthaftigkeit, gibt aber auch noch Zeit für Deals. Ob die Buccaneers nachgeben, zeigt sich in den nächsten Wochen.