Der NBA Draft 2026 ist vorbei, aber die Diskussionen gehen weiter. Die Lottery brachte wenig Überraschungen mit sich – die ersten acht Picks lagen genau nach Erwartung –, doch insgesamt zeigte sich ein tiefes und interessantes Feld. Eine besondere Beobachtung sticht heraus: Es gab null Trades in der Lottery. Teams vertrauten dieser Klasse offenbar so sehr, dass sie lieber ihre Top-Kandidaten selbst holten, statt zukünftige Assets zu sammeln. Diese Haltung könnte sich mit dem neuen Lottery-System ab 2027 auch nicht verändern.
Eine zweite Entwicklung fiel auf: Die NBA wertet Big Men wieder neu auf. In diesem Kontext war Darryn Peterson zu den Utah Jazz auf Pick 2 die liebste Wahl aus der oberen Spitze. Peterson hätte nach intensiver Analyse sogar auf Pick 1 passen können, deshalb war es ein gelungener Outcome für Utah. Er wird schnell zu Form kommen und extrem dominant spielen.
Ausserhalb der Top 10 fiel Aday Mara an Pick 12 zu den Oklahoma City Thunder besonders ins Auge. Das Schachspiel zwischen OKC und San Antonio verspricht in den nächsten Saisons faszinierendes Basketball. Es ist kein Zufall, dass beide Teams auf Größe setzten. Mara war der einzige Prospect der gesamten Klasse, der Thunder eine Lineup-Option zu geben, die sie vorher nicht hatten. Er bringt mehr Size und Skill auf der Center-Position, und OKC hat die Tiefe, um seine Minuten optimal zu nutzen.
Bei den Value-Picks stach Jayden Quaintance zu den San Antonio Spurs auf Pick 20 heraus. Die Spurs zeigten hier Weitblick mit echtem Upside-Potenzial. Quaintance bestätigte diese Woche gegenüber Reportern, dass er eine weitere Operation am rechten Knie benötigt – nach einem ACL-Riss im Februar 2025. Mehrere Teams sagten während der Vorbereitung, er könnte die komplette kommende Saison ausfallen. Allerdings schwärmen Scouts von seinen Physical Skills und seinem defensiven Potenzial. In fit-Zustand wäre Quaintance exakt das, was San Antonio braucht, aber es gibt keine Garantie. Eine Injury-Recovery lässt sich nicht berechenbar. Sollte es funktionieren, bauen die Spurs eine großartige langfristige Frontcourt-Partnerschaft auf, und Quaintance könnte auch Spurs Defense verbessern, wenn Victor Wembanyama auf der Bank sitzt. Dauert noch, bis es klar ist, aber San Antonio machte das richtige Risiko.
Yaxel Lendeborg zu den Golden State Warriors auf Pick 11 landete in der idealen Situation. Wegen seines Alters – er wird im September 24 – war dies fast vorgesehen. Falls die Warriors groß gewinnen wollen, brauchen sie ihn auf Top-Level neben Draymond Green als sofortige Best-Option auf der anderen Forward-Position. Man wird schnell wissen, ob dieser Pick aufgeht.
Der Draft 2026 zeigt eine Liga, die wieder an Größe glaubt und Teams, die längerfristig denken. Deutsche Fans sollten besonders auf die Big Men im Draft achten, da diese Entwicklung auch in internationalen Gesprächen über Spielertypen anklingt. Für Fantasy-Spieler bietet dieser Draft mehrere Interessenskonstellationen, besonders Peterson und Lendeborg könnten schnell Impact haben. Mara und Quaintance sind eher Langzeitwetten mit unterschiedlichem Risiko-Profil.