Der NBA-Offseason hat gerade erst begonnen, doch die großen Trades haben die Machtverhältnisse bereits durcheinandergewirbelt. Giannis Antetokounmpo zu den Miami Heat, LaMelo Ball zu den Minnesota Timberwolves, Austin Reaves mit neuem Max-Vertrag bei den Los Angeles Lakers. Jetzt geht es um die feinen Details für alle Teams. Die Arbeit ist längst nicht vorbei. Mit dem Draft 2026 abgehakt blicken die NBA-Insider auf die kommende Woche, wenn die Free Agency offiziell startet. Das bedeutet Signings, Trades und Sparmaßnahmen, um unter der Luxury Tax und dem Salary Cap zu bleiben.
Oklahoma City Thunder müssen ihre Steuerlast senken und Platz für die Rookies schaffen, ohne ihre Chancen zu gefährden. Die Thunder haben bereits Michigan-Center Aday Mara geholt, ein 7-Fuß-3-Spieler gegen West-Rivale Victor Wembanyama. Der Trade von Aaron Wiggins nach Atlanta schaffte Luft, doch der Draft von Iowa-Guard Bennett Stirtz bedeutet, dass mindestens noch ein Spieler gehen muss. Lu Dort und Isaiah Joe sind die wohl verwundbarsten Kandidaten, obwohl beide wertvoll waren. GM Sam Presti sucht junge, günstige Optionen als Ersatz. Eine Sache sollte OKC unbedingt machen: Isaiah Hartenstein halten. Die Option ist 28,5 Millionen Dollar wert, doch Presti könnte auch verhandeln und ihn günstiger neu ausstatten. Hartenstein war in zwei Saisons ein großer Gewinn für Thunder, besonders in den Playoffs gegen Elite-Center wie Wembanyama oder Nikola Jokic. Dass Oklahoma City zwei Jahre hintereinander einen Center gedraftet hat, ändert nichts daran: Für die Postseason ist ein bewährter Hartenstein unverzichtbar.
San Antonio Spurs sollten deliberat vorgehen, nachdem ein junges Roster überraschend nah an der Meisterschaft dran war. Mit Jayden Quaintance und Tarris Reed Jr. haben die Spurs ihre Frontcourt-Tiefe verbessert, brauchen aber noch einen vielseitigen Power Forward neben Victor Wembanyama. Das Finale gegen New York zeigte ein klares Problem: OG Anunoby spielte die undersized Wings von San Antonio ins Leere. Die einfachste Bewegung des Sommers ist dann auch klar: Wembanyama einen Fünfjahres-Max-Rookie-Extension geben, die irgendwann über 300 Millionen gehen könnte. Wembanyama, Stephon Castle und Dylan Harper spielen nächste Saison auf günstigen Rookie-Verträgen, aber ab der Saison 2027-28 wird es eng für San Antonio.
New York Knicks müssen als Champion eine heikle Balance finden zwischen dem Halten des Status quo und notwendigen Verbesserungen. Das ist die Kunst im NBA-Offseason: nicht zu viel zu tun, aber genug, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Für deutsche Basketball-Fans ist dieser Offseason-Zeitpunkt spannend, weil die großen Namen längst vergeben sind und jetzt die Geschäfte mit den Rolle-Spielern entscheiden, wer im Oktober wirklich Chancen hat. Besonders für jeden, der sich mit Fantasy Basketball oder einfach nur Playoff-Chancen beschäftigt: Kleine Trades um Spieler wie Hartenstein oder die jungen Spurs-Center könnten große Auswirkungen auf die Rotation haben. Die Knicks als Titelverteidiger sind das Maß aller Dinge, aber wer diese Details richtig macht, kann im März plötzlich im gleichen Szenario sitzen wie New York jetzt.