Die Dallas Wings haben in Hartford gegen die Connecticut Sun ein beeindruckendes Comeback geschafft. Mit einem Rückstand von mehr als zehn Punkten im vierten Viertel drehte das Team die Partie noch um und gewann 86-83. Das Verdienst daran hatte vor allem Paige Bueckers, die in den entscheidenden Minuten regelrecht explodierte.
Bueckers erzielte elf Punkte im Schlussabschnitt und versenkte dabei jeden Versuch. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Azzi Fudd, die ebenfalls eine UConn-Absolventin ist und zuletzt als erste Wahl im Draft geholt wurde, dominierte Bueckers die entscheidenden fünfeinhalb Minuten. Die Sun führten noch mit 11 Punkten aus, hatten dann aber keine Antwort mehr auf die Kraft der Wings. Besonders in den letzten Minuten sorgte Bueckers gleich zweimal hintereinander für And-One-Situationen, die Dallas in Front brachten.
Für den Abend insgesamt hatte Bueckers 25 Punkte, 7 Rebounds und 7 Assists. Das war bereits ihre vierte Partie in Folge, in der sie mindestens 25 Punkte erzielte und dabei über 50 Prozent traf. Eine Quote, die nur noch Kelsey Plum erreicht hat, wobei Bueckers jene Serie ausgerechnet am selben Tag startete, als sie zur All-Star-Starterin gewählt wurde. Sie erhielt dabei die meisten Stimmen der Fans.
Wings-Trainer Jose Fernandez drückte es nach dem Spiel so aus: Bueckers ist einfach anders. Sie sei eine Konkurrentin und Siegerin, die sich in großen Momenten nicht versteckt, sondern den Ball in kritischen Situationen haben möchte. Das Team hatte auch Unterstützung von Jessica Shepard, die 14 Punkte beisteuerte, und Alanna Smith von der Bank mit 11 Zählern. Auf Seiten der Sun reichte die starke Leistung von Leila Lacan mit 18 Punkten nicht aus.
Der Sieg war für Dallas der vierte Comeback aus zweistelligem Rückstand in dieser Saison, genauso viele wie Atlanta Dream und Minnesota Lynx. Es war auch das zweitgrößte Comeback des Teams in dieser Spielzeit. Das Spiel hatte für die Sun noch eine besondere Bedeutung: Es war das letzte Spiel der Franchise in Hartford, bevor sie 2027 nach Houston umziehen.
Fudd deutete nach der Partie an, dass diese Art von Situations-Training wertvoll sein könnte. Das Team wisse zwar, dass es nicht ideal sei, ins dritte oder vierte Viertel mit Rückstand zu gehen. Doch Spiele wie dieses zeigten, wozu die Wings fähig sind. Wenn sie über 48 Minuten so spielten wie in der zweiten Halbzeit und im Schlussviertel, sei das Team sehr gefährlich. Die Wings erhofften sich mit Bueckers und Fudd wieder in die Playoffs zu kommen, nachdem das Team zwei Jahre fehlte.
Dies war eine gute Erinnerung daran, warum Bueckers in der WNBA der Faktor ist, der Spiele im Alleingang entscheidet. Bei den Dallas Wings geht es um den Anspruch, einen Titelkontender aufzubauen, und Momente wie dieser zeigen, dass Bueckers und Fudd genau die Spielerinnen sind, die dafür nötig sind. Für deutsche WNBA-Fans bedeutet dies, die Wings stärker im Auge zu behalten, denn mit dieser Qualität an der Spitze könnten sie tatsächlich wieder für Playoff-Überraschungen sorgen.