Jonathon Cooper wird vorerst vom Trainingsbetrieb freigestellt. Der Outside Linebacker der Denver Broncos wurde innerhalb von sieben Tagen zweimal verhaftet, beide Male wegen häuslicher Gewalt. Die erste Festnahme erfolgte am 4. Juni in Parker, Colorado, nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit seiner Freundin kam. Eine der Anklagen wurde später zu schwerer Körperverletzung zweiten Grades hochgestuft. Nur eine Woche später, am 11. Juni, folgte eine zweite Verhaftung mit mehreren Anklagepunkten, darunter Belästigung.
Die 28-jährige Cooper hätte an der mandatory minicamp der Broncos teilnehmen sollen, die am Dienstag startete und bis Donnerstag läuft. Das ist die einzige Offseason-Aktivität, bei der Spieler Geldstrafen riskieren, wenn sie fehlen. Das Freistellen von Cooper bedeutet damit eine ungewöhnliche Entscheidung des Teams. Trainiert hatte Cooper noch während der OTAs in den beiden Wochen zuvor ohne Probleme.
Am Freitag erschien Cooper vor Gericht im Douglas County in Colorado und wurde gegen eine sogenannte "no contact"-Anordnung freigelassen. Das heißt, er darf keinen Kontakt mit der angegebenen Person aufnehmen. Zusätzlich muss er vor Reisen außerhalb von Colorado die Genehmigung des Gerichts einholen. Seine Gerichtstermine sind für den 6. und 14. Juli angesetzt, jeweils Anhörungen zu einer der Verhaftungen. Ein Geschworenenprozess beginnt am 22. Juli.
Broncos-Coach Sean Payton betonte nach dem Training am Dienstag, dass die Organisation hohe Standards habe und diese ernst nehme. "Er arbeitet an sich selbst in dieser Zeit," sagte Payton. "Wir sind in engem Kontakt mit der Liga und den lokalen Behörden und haben mehrere Meetings gehabt. Es gibt eine Messlatte, die wir haben und die ist sehr hoch." Die Frage nach Coopers Zukunft bei den Broncos bleibt offen. Das Training Camp startet Ende Juli.
Die NFL überwacht den Fall bereits und könnte zusätzlich eine Sperre wegen Verstoß gegen die Personal Conduct Policy verhängen. Sean Payton deutete an, dass das Team den juristischen Prozess abwarten wird, bevor eine endgültige Entscheidung fällt. "Es gibt einen Prozess mit der Liga und den lokalen Behörden. Wir werden alle Informationen sammeln," sagte der Trainer.
Für deutsche Football-Fans, die die Broncos verfolgen, zeigt dieser Fall, wie ernst die NFL solche Vorwürfe nimmt und wie Teams damit umgehen müssen. Cooper war auf dem Papier Teil der Defensive Line, aber seine juristische Situation macht ihn zu einem Ausfallrisiko für die kommende Saison. Mit zwei anstehenden Gerichtsterminen im Juli und einem Prozessstart am 22. Juli wird sich die Situation spätestens vor Saisonbeginn klären müssen. Die NFL wird ein Auge darauf haben, wie die Broncos entscheiden.