Ahmad Hudson sitzt in Rock Hill, South Carolina und versucht zu erklären, warum er etwas tun wird, das kaum ein Top-25-Prospect wagt: Er wird zwei Sportarten auf höchstem Niveau spielen. Nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. "Die meisten wählen sich ihre Sportart vor der High School," sagt Hudson. "Ich werde das nicht tun."
Dabei hat der 6-Fuß-7 Forward jeden Grund, es der Konkurrenz gleichzutun und sich auf eine Sache zu konzentrieren. Er rangiert im SC-Next-100-Ranking für 2027 auf Platz 22 im Football und Platz 21 im Basketball. Eliteprospects in beiden Sportarten sind extrem selten. Doch Hudson argumentiert konkreter als die meisten: Warum sollte er aufhören, wenn sich beide Sportarten gegenseitig verstärken? Im Football als Tight End für Ruston High School in Louisiana holte er 61 Receptions für 554 Yards und 12 Touchdowns. Seinen State Title Game führte er an. Im Basketball durchschnittlich 19 Punkte und 14 Rebounds pro Spiel in der Junior-Saison, wieder State Title Game mit Ruston. "Basketball hilft mir mit Footwork und den Cuts, beim Blocking gegen kleinere Jungs," erklärt Hudson. "Football macht mich zur toughesten Person auf dem Basketballplatz. Ich guard oft größere Spieler, aber weil ich tougher bin, geben sie auf."
Diese Mentalität kommt von zuhause. Sein Vater, Antonio Hudson, spielte ebenfalls beide Sportarten, konzentrierte sich dann aber vor der High School auf Basketball. Er ging nach LSU und spielte dort von 2002 bis 2005, erzielte über 1.000 Career Points und schaffte es zweimal ins SEC All-Tournament Team. "Er wollte, dass ich selbst entscheide," sagt Ahmad Hudson. "Ich wusste, dass ich beide Sportarten geben kann."
LSU war das erste Programm, dem Hudson seine Dual-Sport-Ambitionen mitteilt. Die Tigers stimmten sofort zu. Im vergangenen Monat gab er sein Commitment für LSU ab, mit der klaren Zusage, beide Sportarten spielen zu dürfen. Hudson bleibt realistisch, aber ehrgeizig. "Typen wie Tony Gonzalez haben vorher beide Sportarten gespielt, aber nicht vielleicht auf meinem Ranking-Level," sagt er. "Ich will den Weg ebnen. Mein Hauptziel: All-SEC als Freshman in beiden Sportarten."
Die Parallele zu Tony Gonzalez ist interessant für Football-Deutschland, denn Gonzalez wurde einer der dominantesten Tight Ends der NFL-Geschichte. Dass Hudson versucht, das auf college level zu replizieren während er gleichzeitig Elite-Basketball spielt, ist ein statement. Wer in den nächsten Jahren Ruston-Spiele anschaut, verfolgt nicht nur einen interessanten Athleten, sondern möglicherweise einen Trendwechsel: Einen Beweis, dass Dual-Sport auf höchstem Niveau nicht Illusion, sondern Realität sein kann.