Keon Coleman sitzt auf der Bank. Das ist die Realität für den Wide Receiver der Buffalo Bills nach einer Saison, die er selbst als "Scheiße" beschreibt. Der 23-Jährige war 2025 nur viermal inaktiv, wurde wegen Verspätungen zu Meetings suspendiert, und seine Statistiken sprechen eine klare Sprache: 404 Receiving Yards statt 556 im Rookie-Jahr, nur ein Spiel über 100 Yards, vier Touchdowns in der Regular Season.
Dass Coleman Ende Januar bei einer OTA zum ersten Mal seit Saisonende vor die Medien trat, machte deutlich, wie groß der Druck ist. "Für mich ist das hier Make or Break", sagte er. "Wenn du Scheiße spielst, bist du vielleicht nicht mehr hier. So einfach ist das." Coleman kennt sein Level, das ist die Botschaft. Und er weiß, dass er davon weit entfernt war.
Die Geschichte wird kompliziert, weil sich auch die Machtverhältnisse bei den Bills verschoben haben. Owner Terry Pegula äußerte sich öffentlich dazu, dass nicht GM Brandon Beane, sondern Ex-Coach Sean McDermott die Entscheidung getroffen hatte, Coleman 2024 mit Pick 33 zu nehmen. Für einen jungen Spieler, der ohnehin unter Druck steht, war das keine hilfreiche Schlagzeile. Coleman antwortete kühl: "Was soll ich da sagen? Ich bin hier." Ein Gespräch mit Pegula sei nicht nötig gewesen.
Aber es gibt auch positive Signale. Der neue Head Coach Joe Brady, der zuvor Offensive Coordinator war, hat sich klar hinter Coleman gestellt. Beane betonte gegenüber dem lokalen Radiosender WGR 550, dass die Bills andere Teams abgewehrt hätten, die Coleman tradieren wollten. Mit Quarterback Josh Allen soll Coleman ebenfalls gut im Austausch sein. Brady rief Coleman sogar in der Nacht vor seiner Vorstellungspressekonferenz an. "Das war ein großes Gespräch", sagte Coleman.
Was bleibt, ist die Einsicht, dass die Professionalisierung kommen muss. Coleman sprach von Gesundheit, von Kontrolle über das, was er kontrollieren kann, von der richtigen Mentalität. Im Team wurde bereits notiert, dass er den Offseason hart angeht. "Das Größte für ihn ist, eine Pro-Mentalität zu entwickeln", sagte Brady. Vier Games auf der Bank, das sitzt. Coleman lässt keinen Zweifel daran, dass er es besser weiß.
Ballports-Take: Coleman steht an einem Scheideweg, der über die Bills hinaus relevant ist. Sein Talent als Athlet war nie in Frage, aber die Kombination aus fehlender Reife und schwacher Performance stellt ihn vor eine harte Realität. Für Fantasy-Football-Manager ist er ein klassisches Turnaround-Risiko: Entweder knipst er 2026 durch, oder er ist weg. Brady als neuer Coach könnte der Schlüssel sein, da er Coleman schon kannte. Deutsche Fans sollten Coleman auf dem Radar behalten, weil die Bills mit einem starken WR-Corps durchaus ein Superbowl-Kandidat sind, wenn Coleman liefert.