Tyler Shough geht in seine erste volle Saison als Starting Quarterback der New Orleans Saints und will das Momentum aus dem starken Saisonende 2025 mitnehmen. Die Saints gewannen vier ihrer letzten sechs Spiele, und der 26-Jährige hat sich vorgenommen, diese Dynamik zu bewahren und auszubauen. Dafür packt er tief in die Tasche: Shough finanziert einen Trainingsaufenthalt für etwa 18 Teamkollegen im Sommer in San Diego. Das ist keine kleine Geste für einen jungen Quarterback, der erst seit kurzem die Position fest in den Händen hält.
Die Idee für das Trainingscamp geht über Standard-Offseason-Arbeit hinaus. Shough plant, zuerst nach Oregon zu fahren, dann nach Kalifornien zu reisen, wo er gemeinsam mit seinen Receivern trainiert und eine gemeinsame Wurf-Routine aufbaut. Er nennt das selbst eine "Investition". Der Quarterback hat dafür sogar Drew Brees kontaktiert, den Pro Football Hall of Famer und langjährigen Saints-QB, der 2026 in die Hall of Fame aufgenommen wird. Brees half Shough, einen Trainingsplatz in der Nähe von Del Mar zu organisieren und gab Tipps zur Logistik. "Er könnte einen Teil der Zeit dabei sein, aber nicht die ganze Zeit. Aber ich denke, er war entscheidend dafür, dass alles mit der Trainingsstätte und dem Wurf-Ort funktioniert hat", sagte Shough über Brees' Rolle.
Die Offseason war für die Saints nicht unproblematisch. Running Back Alvin Kamara fehlte bei den meisten OTA-Praktiken und war in minicamp nur begrenzt einsatzfähig. Chris Olave, einer der Top-Receiver, musste das Feld nach einem Blutgerinnsel in der letzten Woche der Saison 2025 verlassen. Er wurde auf Blutverdünner gesetzt und durfte nicht im vollem Kontakt trainieren. Der 2026 First-Round Pick Jordyn Tyson hat ebenfalls verletzungsbedingt gefehlt. Diese Ausfälle gaben Rookie Bryce Lance mehr Chancen, mit Shough zu trainieren und seinen Rhythmus zu entwickeln. Lance war beeindruckt von Shoughs Leadership: "Natürlich ist er ein großartiger Quarterback, aber ich denke, es ist seine Führung. Er motiviert mich einfach, Plays zu machen, weil der Art zu führt und wie er unser Offensiv-System leitet."
Olave, der aus der San-Diego-Region stammt, wird beim organisierten Trainingscamp dabei sein. Er wird ohnehin schon in Kalifornien sein und hat bereits letzten Sommer mit Shough und anderen Saints-Receivern in Oregon trainiert. Laut Olave sollte die Freigabe von den Blutverdünnern in wenigen Wochen erfolgen. Er geht davon aus, dass er beim Training Camp wieder vollständig dabei ist.
Bei den OTAs und minicamp konnte New Orleans offensiv nicht so viel zusammen trainieren wie gewünscht. Die offiziellen Trainingsmaßnahmen hatten Grenzen, besonders ohne vollständige Ausrüstung. Um den Zusammenhalt trotzdem zu stärken, absolvierte das Team sogar zum zweiten Mal eine Bowfishing-Aktivität statt einer verpflichtenden minicamp-Praktik. Der Fokus lag auf Spielverstehen und Abstimmung innerhalb des Offensiv-Systems.
Für deutsche Fans, die Shough verfolgen, ist das Trainingscamp ein Indiz für seinen Ernst und seine Ambitionen. Ein junger Quarterback, der freiwillig Geld ausgibt, um seine Receiver auf eine gemeinsame Wellenlänge zu bringen, signalisiert professionelle Reife. Das ist nicht die typische Rookie-Mentalität. Shough scheint zu verstehen, dass die Position nicht nur um Arm-Talent geht, sondern um Chemie, Timing und echte Führung. Seine Unterstützung durch Drew Brees und die volle Unterstützung des Teams deuten darauf hin, dass die Saints in ihn investieren. Wer Shough als Fantasy-Pick beobachtet, sollte diese Offseason-Aktivitäten als positives Signal nehmen.