Christian Anderson von Texas Tech geht seinen Weg. Der Guard aus Atlanta wird seine Karriere nicht an der Universität fortsetzen, sondern versucht sein Glück in der NBA. Das bestätigte sein Agent Aaron Mintz von CAA Basketball gegenüber ESPN. Die Entscheidung fiel nach positiven Signalen vom NBA Draft Combine und aus den Pre-Draft-Workouts mit NBA-Teams.
Anderson war in seinem zweiten Jahr bei den Red Raiders einer der besten Point Guards im College Basketball. Er kam auf 18,5 Punkte und 7,4 Assists pro Spiel, wobei er 41,5 Prozent seiner Dreier traf. Diese Leistung brachte ihm Third-Team All-American und First-Team All-Big-12-Ehren ein. Dazu kam der Most Improved Player Award der Big 12, nachdem er vom Freshman zum Sophomore einen großen Sprung gemacht hatte. ESPN rankt Anderson aktuell auf Platz 16 in seinem Mock Draft.
Beim NBA Draft Combine zeigte der 1,91 Meter große Shooting Guard, worauf es ankommt. Er war der drittstärkste Schütze in den vier Shooting-Drills und traf 73,7 Prozent seiner Versuche, darunter 27 von 30 Off-the-Dribble-Würfe. Seine athletischen Werte können sich sehen lassen: plus 5,25 Zoll Wingspan und ein Vertical Leap von 40,5 Zoll. Anderson hat bereits vier NBA-Teams besucht.
Die Basis für diese Erfolge schuf er mit dem deutschen Nationaldress. Bei der FIBA U19 World Cup im vergangenen Sommer führte er Deutschland zum Silbermedal und landete im All-Star-5 des Turniers. Mit 17,3 Punkten und 6,6 Assists pro Spiel war er einer der Motoren des Teams. Im Finale gegen die USA steuerte der damals erst 19-Jährige 18 Punkte und 9 Assists bei. Gold-Medaillen gewann Anderson schon 2018 bei der U18 EuroBasket und 2022 bei der U16 European Championships. Auch für das Senior Team beim EuroBasket im vergangenen Sommer erhielt er eine Nominierung.
Anderson selbst betont in einem Statement, dass er diesen Moment sein ganzes Leben lang angestrebt hat. Texas Tech Coach Grant McCasland habe ihm von Anfang an vertraut, ihn entwickelt und täglich herausgefordert. Als Freshman spielte er bereits über 30 Minuten pro Spiel, als Sophomore brach er dann richtig durch. Für die Red Raiders bedeutet Andersons Abgang einen Umbruch im Backcourt. Coach McCasland verstärkte die Außenseite mit den Transfer-Neuzugängen Dra Gibbs-Lawhorn von UNLV und Cruz Davis von Hofstra, die beide im vorigen Jahr über 20 Punkte pro Spiel erzielten. Der Top-25-Recruit Dakari Spear stößt ebenfalls zum Team.
McCasland hat Texas Tech seit 2023 in drei aufeinanderfolgenden NCAA Tournament Turnieren geführt, 2025 sogar bis ins Elite Eight. In der abgelaufenen Saison waren die Red Raiders mit einer 19-6-Bilanz und Platz 13 im Land unterwegs.
Ballports-Take: Christian Anderson ist eine spannende Figur für deutschen Basketball-Fans. Ein deutschstämmiger Point Guard, der sich international durchsetzt und jetzt den nächsten Schritt versucht. Seine Shooting-Quoten und die hohe Assistquote in der besten College-Liga sind bemerkenswert, und die athletischen Messwerte beim Combine waren solide. Bei Platz 16 im Mock Draft ist ein NBA-Vertrag sehr realistisch. Wer German Basketball verfolgt, sollte Anderson auf dem Radar haben, wenn's nach Vegas geht.