LeBron, Giannis und Co.: Was plant die NBA im Sommer
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LeBron, Giannis und Co.: Was plant die NBA im Sommer

Die NBA-Playoffs laufen noch, doch in Chicago ist längst klar: Die großen Fragen des Sommers werden jetzt schon verhandelt. Beim NBA Draft Combine in dieser Woche treffen sich Funktionäre, Trainer und Berater, um über Trades, Free Agency und die Zukunft von Superstars zu sprechen. Das wichtigste Thema: Was macht LeBron James?

Der 41-jährige James hat für die Los Angeles Lakers diese Saison 52 Millionen Dollar verdient und war trotz seines Alters All-Star. Er hätte es sogar ins All-NBA Team geschafft, wenn er fünf weitere Spiele bestritten hätte. Seine Führung hat die Lakers in den Playoffs geholfen, sie schlugen sogar die Houston Rockets und sicherten sich Heimvorteil in der ersten Runde. Doch wie zahlt man einen Spieler, dessen Alter die einzige Limitation ist?

Ein Strategist eines Eastern-Conference-Teams sagte ESPN: "Nach unseren Metriken gehört er noch zu den Top-25-Spielern der Liga. Wäre er nicht so alt, würden wir ihn auf nahezu Maximum-Spieler-Niveau einschätzen." Ein anderer Executive betonte sogar: "Unsere Trainer würden sagen, er rangiert noch höher, wenn seine Beine und sein Rücken sich gut anfühlen."

Doch hier liegt das Problem: Kein anderes Team würde James einen solchen Vertrag anbieten. Die Teams mit großem Salary Cap wie die Washington Wizards, Chicago Bulls oder Brooklyn Nets könnten es sich gar nicht leisten. Und die Franchises, die James reizen könnten, wie die Golden State Warriors, haben keinen Cap Space. Also müssen die Lakers selbst bieten, und die Frage ist: Auf welcher Basis verhandelt man hier überhaupt?

Ein Eastern-Conference-Executive hatte eine klare Antwort: "Ich würde LeBron zahlen, was er will, solange es ein Einjahresvertrag ist ohne Player Option. Gebt ihm eine No-Trade Clause. LeBron verkauft Tickets. Er hält die TV-Partner glücklich. LeBron zu verlängern ist gutes Business für Mark Walters neue Eigentümerschaft." Das ist auch der emotionale Kern: Es geht nicht wirklich um die Höhe der Summe. Es geht darum, ob ein Team der Größe der Lakers einen Spieler der Größe von LeBron James halten kann und sollte.

Am 24. September wird James 42 Jahre alt. Er steht kurz vor seiner vermeintlich 24. Saison, was ein NBA-Rekord wäre. Seine Karriere endet nicht mit einem klaren Schlusspunkt, sondern verläuft aus. Das macht jede Verhandlung komplex: Wie wertet man einen Spieler, dessen Leistung nicht sinkt, aber dessen Verfügbarkeit ungewiss wird?

Ballports-Take: Für deutsche Fans ist die LeBron-Saga deshalb interessant, weil sie zeigt, wie die NBA mit ihren einmaligen Spielern umgeht. Ein 41-Jähriger, der noch All-Star-Qualität hat, ist in keiner anderen Sportliga denkbar. Das sagt viel über die NBA aus: Talent, Durchhaltevermögen und mediales Gewicht halten einen Spieler länger an der Spitze, als Alter ihn dort halten dürfte. Für die Lakers bedeutet es eine knifflige Rechnung, denn ein Einjahresvertrag ist eine Lösung, aber auch ein Zeichen dafür, dass niemand so recht weiß, wie lange James noch auf diesem Level spielen wird.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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