Victor Wembanyama hat sich mit der NBA angelegt. Nach der 127:114-Niederlage der San Antonio Spurs gegen Oklahoma City Thunder in Spiel 5 der Western Conference Finals weigerte sich der Star-Center, mit Reportern zu sprechen. Das Team kündigte etwa eine Stunde nach Aussagen von Trainer Mitch Johnson an, dass Wembanyama nicht verfügbar sein würde. Die Liga hat das jetzt zur Kenntnis genommen und ihn verwarnt.
Für Wembanyama war das Spiel ohnehin zum Vergessen. Er warf nur 20 Punkte bei 4-of-15 Versuchen und holte sich in der ersten Hälfte gerade ein Rebound. Das war die geringste Ausbeute in einer Spielhälfte während der gesamten Playoffs. Noch schlimmer für die Spurs: Oklahoma City schoss 49 Prozent aus dem Feld, während Wembanyama auf dem Court war. Das war die beste Offensive-Quote, die ein Team gegen ihn in der Postseason hinbekommen hat.
Damit steht San Antonio mit dem Rücken zur Wand. Die Serie steht 3:2 für Thunder, und Trainer Johnson machte deutlich, dass die Spurs ihre Chancen auf Spiel 6 schwinden sehen, falls der Center nicht wieder zu seiner Form findet. "Wir werden ihn in die Partie bringen müssen", sagte Johnson.
Die NBA hat für Media-Boykotte in der Vergangenheit hart durchgegriffen. 2023 bekamen Jimmy Butler und Dillon Brooks jeweils 25.000 Dollar Geldstrafe, weil sie sich nach Playoff-Spielen nicht den Reportern stellten. Das macht die Verwarnung gegen Wembanyama umso interessanter: Im April 2025 hatte der Center gerade noch den Magic Johnson Award der Professional Basketball Writers Association erhalten, eine Auszeichnung für den NBA-Spieler, der "Exzellenz auf dem Court mit Kooperation und Eleganz im Umgang mit Medien und Fans" verbindet.
Ballports-Take: Die Geschichte zeigt die Spannung zwischen Wembanyamas Talent und seinen noch nicht vollständig etablierten Gewohnheiten im NBA-Alltag. Ein schwaches Spiel, gefolgt von Verweigerung gegenüber den Medien, ist nicht das Image, das ein 20-jähriger Top-Pick kultivieren sollte. Für DACH-Fans, die Wembanyama als kommenden NBA-Star verfolgen, ist das ein Moment, der zeigt: Auch die besten Talente müssen den mentalen und professionellen Standard einer Elite-Liga erfüllen. Wie er mit dieser Verwarnung umgeht, ist genauso wichtig wie die nächsten Punkte, die er gegen Thunder wirft.