Die Atlanta Hawks haben Generalmanager Onsi Saleh mit einer langfristigen Vertragsverlängerung ausgestattet und zum President of Basketball Operations befördert. Die Beförderung folgt auf eine bemerkenswerte Playoff-Serie, in der Atlanta die New York Knicks 2-1 führte, bevor die Hawks die Serie nach sechs Spielen verloren.
Die größte Leistung unter Salehs Führung war die radikale Umbau der Mannschaft mitten in der Saison. Im Januar tauschte die Hawks den Star Trae Young nach Washington, was viele als Risiko betrachteten. Stattdessen fand das Team seinen Rhythmus und legte eine Serie von 19 Siegen bei nur 3 Niederlagen hin, die von Anfang Februar bis Anfang April reichte. Für diese Transformationsleistung wurde Saleh von den Peers abstimmen lassen und landete auf Platz zwei bei der Wahl zum Executive of the Year. Nur Brad Stevens von den Boston Celtics erhielt mehr Stimmen.
Beim Draft im Juni verfügt Saleh über beträchtliche Mittel. Die Hawks kontrollieren die Picks 8 und 23 in der ersten Runde sowie fünf weitere First-Round-Picks, die in der Draft-Nacht gehandelt werden können. Die Grundsteine des neuen Hawks-Kerns sind bereits gelegt: Jalen Johnson entwickelt sich zum Rising Star, während Nickeil Alexander-Walker und Dyson Daniels in aufeinanderfolgenden Jahren die Most Improved Player Awards gewannen. Dazu kommen die Neuzugänge CJ McCollum und Jonathan Kuminga, die Saleh in dieser Saison noch tradete. Onyeka Okongwu komplettiert den Kern.
Die Philadelphia 76ers hatten versucht, Saleh für eine Gespräche zu gewinnen, nachdem sie ihre Position des Head of Basketball Operations zu besetzen hatten. Die Hawks weigerten sich jedoch, den Gesprächswunsch freizugeben und signalisierten damit, dass Saleh der Mann für die langfristige Zukunft in Atlanta ist.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die NBA-Basketball folgen, zeigt Salehs Aufstieg, wie mutig eine Franchise sein muss, um eine Saison umzubauen. Die Hawks haben sich vom Underdog zum Gegner der Elitemannschaften entwickelt, und das Vertrauen der Besitzer in Saleh bedeutet, dass dieser Kurswechsel kein Experiment war, sondern eine langfristige Strategie. In den nächsten Jahren werden die vielen Draft-Picks entscheidend sein, ob Atlanta tatsächlich zu einer Championship-Contender-Mannschaft heranwächst oder ob Salehs aggressiver Ansatz zu schnell abgebrannt ist.